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Schamanismus PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Sascha Klie   
Sunday, 12 February 2006
Versucht man Korea zu verstehen, so muss man sich mit dem Schamanismus beschäftigen. Man sollte es sich nicht so einfach machen, und es als einen 'Hokuspokus' heidnischer Art abtun. Es handelt sich vielmehr um die Referenz an die Spiritualität der Natur. Sie ist Teil der Volksfrömigkeit und in der religiösen Grundstimmung verankert. Diese älteste Form des Glaubens, der wohl mit der Einwanderung auf die koreanische Halbinsel in der Vorzeit aus dem sibirischen Raum einherging, entdeckt in der Natur Manifestationen von Geistern, wie Berg-, Wasser- oder Tiergeister.

 
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Berggeist (sanshin)
Während später Buddhismus und Christentum in Korea spürbar an Boden gewonnen hat, blieb der Schamanismus als Volksglaube erhalten.
Träger der Religion sind zumeist Frauen, die sog. Mudang (Paksu als Mann). Die Gabe wird traditionell von der Mutter an die Tochter weitergegeben.
Eine schamanistische Ritualhandlung (kor. ‚gut’) soll helfen die Geister zu besänftigen, eine Aussöhnung mit den Lebenden zu bekommen.
Rhythmus, Musik und Gesang sind elementarer Bestandteil einer schamnistischen Zeremonie, die sich über viele Stunden hinziehen kann. Durch Versetzen in eine rauschhafte Trance nimmt die Schamanin Kontakt zu den Geistern Verstorbener auf, die z. B. noch ruhelos umherirren und die Lebenden bedrängen. Eine Zeremonie gleicht einer theatralischen Aufführung mit bunten Gewändern, Tanzschritten und Gesang, dazu Fächer und Fahnen, Rasseln und Zimbeln.
So ist es durchaus üblich, das ein Ritual bei einer Büroeinweihung oder Geschäftseröffnung veranstaltet wird (kosa). Die Ausstellung von magischen Amuletten gegen Ungemach jedweder Art gehört ebenso dazu wie die eher psychologische Hilfe als Begleitung im Trauerfall durch ein Totenritual. Opfergaben wie Obst, Schnaps und Geld, oft in einen Schweinkopf gesteckt, gehören ebenso dazu wie Kerzen und Räucherwerk. Es werden Ahnenaltäre und Geisterhallen aufgestellt und geschmückt
Es kann dabei durchaus auch lustig zugehen und die Kontaktaufnahme mit Geistern verläuft oft derb und schroff, welches bei aller Trauer ein befreiendes Lachen auslösen kann.
Rituale manigfacher Art richten sich an die Hoffnung auf reiche Ernte, einen reichen Fang oder eine glückliche Überfahrt.
Schamaninnen stellen Diagnosen und sollen Krankheiten vertreiben (Exorzismus), sie stellen Weissagungen und Zukunftsprognosen, sie helfen den richtigen Ehepartner oder den Namen für ein Kind zu finden.  
Heutzutage gelten Schamaninnen als lebendiges Kulturerbe und werden staatlich gefördert und finanziell unterstützt.



 
r am Schamanismus Interessierte empfehle ich folgende Filme:
Yangsan do (1955)
Goryojang (1963)
The Early Years (1977)
Iodo (1977)
Eul-hwa (1979)
Daughters of the Flames (1983), R. Im Kwon-taek
Ray Bang (2001)
Mudang - Reconciliations Between the Living and the Dead (Doku 2003)
Memories of a Murder (2003)
Ogu – A Hilarious Mourning (2003)
So Cute (2003)
Blood Rain (2005)
Murder, Take One [Big Scene](2005)
A Tale of Legendary Libido (2008) 
Possessed (2009)
Fortune Salon (2009)
The Silk Flower (Doku, 2012)
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Schamanistischer Ritus in "The Early Years" (1977) 
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Mudang in "Saleolilatda" (1993) 


Szene aus "Blood Rain" (2005)
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Mit schamanistischen Zeichen beschriebener Fächer als Talisman in "Acacia" (2003) 
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In der Komödie "The Worst Guy Ever" (2007) heftet der Ehemann ein schamanistisches Amulett an seine Ehefrau. 
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Schamanistische Amulette sollen Sarah gegen die Bedrohung durch die Schlange in "D-War" (2007) schützen. 
Salon1
Ein satirischer Blick auf die Wahrsager-Branche in "Fortune Salon" (2009).
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