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Geschrieben von Sascha Klie   
Saturday, 21 November 2009
 

KEILER – DER MENSCHENFRESSER

 

OT: 차우 (Chaw)

Drehbuch: SHIN Jung-won
Darsteller: UHM Tae-woong, JUNG Yu-mi, JANG Hang-sun, YOON Jae-moon, PARK Hyuk-kwon, Josiah D. LEE

Musik: KIM Jun-seong
Länge: 117 Min.
Ton: Dolby Digital 5.1
Sprachen: Koreanisch, Deutsch
Untertitel: Deutsch
Bildformat: 16:9 anamorph (1,85 : 1)
Extras: Making of..., Interviews,jeweils ca. 8 Min.
Synchronisation und Untertitel: Die Synchronisation hat mich nicht überzeugt. Die Übersetzungen sind akzeptabel, wenn auch manchmal etwas abweichend. Die Synchronstimmen sind alle viel zu hoch und oft unpassend.
FSK: ab 16 Jahren
Vertrieb: ascot elite

 

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Das kleine Provinzdorf Samaeri rühmt sich damit ohne Verbrechen zu sein. Da sind die Fälle von Grabschändungen gleich eine große Sache für die Dorfpolizei. So kommt ihnen die Verstärkung gerade recht, denn mit Officer Kim Kang-su wurde ein übereifriger Verkehrspolizist aus Seoul dorthin versetzt. Er muss nun mit seiner hochschwangeren Ehefrau und der senilen Mutter den Alltag neu arrangieren.

 

Bei der gerichtsmedizinischen Untersuchung wird klar, dass es sich bei dem Grabverwüster um eine Kreatur mit großem Gebiss handeln muss, welches die Innereien verzehrt hat. In der nächsten Nacht wird dann ein junges Mädchen getötet, die Enkelin des Jägers Chun, der sich nun selbst auf die Pirsch begeben will. Ihm zur Seite kommen weitere Großwildjäger, die sofort auf dem Plan sind. Während Biologen das Tier zunächst filmen und beobachten möchten, wollen die Jäger dem Tier den Gar ausmachen. Angestachelt vom Bürgermeister, der die Plantagenschließung durch die Polizei beendet wissen will, weil ihm durch den Ernteverlust viel Schaden entsteht. Unter den Waidmännern ist auch Baek Man-bae, ein Schüler Chuns, der durch seine Safaris Berühmtheit erlangt hat. So werden Köder ausgelegt und auch tatsächlich geht ihnen ein großes Wildschwein ins Netz. Das Dorf feiert schon das Ende der Krise und will zur Normalität zurückkehren, da untersucht Chun den Mageninhalt des Tieres. Ihm wird klar, dass es sich bei der Bache um das Weibchen des eigentlichen Killers handelt, der ihr Futter zuführte. So merkt auch die Dorfgemeinschaft, die in der Dorfhalle versammelt ist und feiert, dass eine weit größere Gefahr auf sie lauert. Der Keiler erscheint und verwüstet die Halle, nimmt schließlich den Kadaver seiner Partnerin mit. Das Riesentier muss eine Mutation sein, das vermutlich nach Kreuzungen von Wild- und Hausschwein während der Japanzeit experimentell entstand und nun zum Monsterschwein mutierte. Da auch die Kugeln des Großwildjägers ohne Wirkung waren, wollen sie nun dem Tier eine Falle stellen. So wird eine alte Steinfalle im Wald reaktiviert. Dabei finden sie in einer Höhle die Frischlinge der Familie Wildschwein, die sie bis auf eines töten, um einen lebendigen Köder zu haben. Da Gequieke des Kleinen lockt auch den Keiler an, doch kann er der Falle entkommen. Auf der Flucht locken Kim und die Biologin ihn in eine alte Fabrik, dort wollen sie ihn fangen.

 

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Bei dieser Geschichte stand die Idee von Bong Joon-hos „The Host“ Pate, ein mutiertes Monster hält eine Bevölkerung in Angst und Schrecken und wird von engagierten Jägern schließlich zur Strecke gebracht. Zwar ist das Monster hier eine Nummer kleiner, aber ebenso gefährlich. Die vier überdimensionalen Hauer flößen dem Tier Respekt ein, die leuchtenden Augen verleihen ihm einen durchdringenden Blick, der die Leute in Panik versetzt. So ist die Machart nicht neu, eher konventionell. Wieder hat man sich ein amerikanisches Label gesucht, welche für die Special Effects verantwortlich zeichnen. Es wurden sogar die Dreharbeiten für 2 Monate nach Kalifornien verlegt. Um es vorweg zu nehmen, der Film kommt an den Erfolg von „The Host“ nicht heran. Das Monster wirkt doch vielfach zu plump und blutleer. Der Versuch die Action mit Gags aufzufrischen klappt nur bedingt. Eine Fleischwunde, die durch einen Hauertreffer verursacht wurde, die ausgerechnet den Podex des Helden betrifft, wird in 'Rambo'-Manier mit einem Patroneninhalt Schwarzpulver 'fachmännisch' ausgebrannt. Die Slapstickeinlagen der tolpatschigen Polizisten sind auch eher einfältig. Allzu zotig wirken die Witze und die running gags wie die beim Pinkeln gestörten Ordnungshüter durch die 'Dorfhexe' sind zu banal. Den Denkfehler, dass sich der Keiler um die Frischlinge kümmern wird, der kurzerhand dann wieder als Weibchen aufgefasst wird, soll hier nicht weiter ins Gewicht fallen. Es bleibt ein etwas fader Gesamteindruck, der nur durch die schauspielerische Leistung der durchweg guten Hauptdarsteller aufgefangen wird.

Uhm Tae-woong besticht durch seine überzeugende Darstellung eines Polizisten nicht erst seit seinem Einsatz als Ha-eun spielt er den Racheengel in dem TV-Drama „Resurrection“ (2005), der in einer Doppelrolle den Tod seines Zwillingsbruders rächt. Schon in „Silmido“ (2003) und natürlich als Trainer der Handball-Nationalmannschaft im Blockbuster „Forever the Moment“ (2008) spielte er sich in die Herzen der Zuschauer. Mittlerweile vielbeschäftigt gehört er zu den Aufsteigern der letzten Jahre. So räumte er bereits im Sommer 2009 mit „Handphone“ die vorderen Plätze der Kinocharts ab. Auch Jung Yu-mi ist gut im Geschäft, drehte sie doch seit 2003 bereits in über 20 Produktionen mit, darunter waren „Bittersweet Life“, „Familiy Ties“ und zuletzt in „A Million“ und „Good Morning, President“.

Der 1974 geborene Regisseur Shin Jung-won debütierte 1995 als Assistent mit dem damals erfolgreichsten Film des Jahres „Henequen“ von Kim Ho-seon über koreanische Wanderarbeiter, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts in mexikanischen Wüsten Sisal ernteten. Seine Komödien „Sex Is Zero“ (2002) wurde mit über 4 Mio. Zuschauern zum Kassenhit, während „Romantic Assassin“ (2003) hingegen ziemlich floppte. Erst mit „Sisily 2 km“ (aka To Catch a Virgin Ghost) gelang ihm 2004 ein auch von der Kritik eingeräumter Achtungserfolg. Hier wie dort stehen verschrobene Charaktere in einem hinterweltlerischen Bergdorf im Vordergrund.

 

>Koreas Beitrag zur Schweinegrippe< wurde schon einmal salopp getitelt, ist für Fans des spassigen Horrors ein Muss.

 

Der Originaltitel „Chaw“ bedeutet im Koreanischen 'etwas gut durchkauen'.

 

Erscheint auf DVD und Blu-ray bei ascot elite im Dezember.

 

(Dank an ascot elite zur Verfügungstellung des Rezensions-Exemplares!)

Letztes Update ( Saturday, 21 November 2009 )