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Der Koreakrieg PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Sascha Klie   
Tuesday, 14 February 2006
Als unmittelbare Folge des 2. Weltkrieges wurde nach der bedingungslosen Kapitulation Japans am 15. August 1945, Korea unter Protektorat der Siegermächte gestellt. Wobei der Nordteil unter sowjetrussischen Einflußbreich und der Südteil den USA zugeteilt wurde.

Schon bald gingen die ehemaligen Verbündeten jedoch auf Konfronationskurs, der „Kalte Krieg“ began. Trotz Beteuerungen seitens der koreanischen Politiker eine Einheit des Landes anzustreben, schufen schließlich 1948 Unabhängigkeitserklärungen und Parlamentswahlen in den beiden Teilen Koreas Tatsachen.
Der an Bodenschätzen reiche Norden erhielt massive Aufbauhilfe durch die Sowjetunion. Ihr Führer Kim Il-sung war im Moskauer Exil gewesen und dort zum charismatischen Wortführer der kommunistischen Propaganda geworden.
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Sein südkoreanischer Gegenpart Rhee Sung-man (Princeton-Absolvent) war als Vertreter der koreanischen Exilregierung in Shanghai gewesen, bevor er in den USA Lobbyarbeit für die Unabhängigkeit leistete.
Am 25. Juni 1950 begannen nordkoreanische Truppen massiv die Demarkationslinie nach Süden zu überschreiten. Seoul fiel sehr schnell in die Hände des Nordens. Eine ungeheuere Flüchtlingswelle gen Süden setzte sich in Gang. Doch die Truppen des Nordens dringen immer schneller vor und drohen den ganzen Süden zu erobern. Lediglich ein Gebiet um Busan hält sie noch auf, als sich unter der Führung der USA UNO-Truppen anschicken, dem Süden zur Hilfe zu kommen. Mit einer erfolgreichen Landungsaktion durch US-General MacArthur in Incheon mit 230 Schiffen und 70000 Mann werden die Nordtruppen in die Zange genommen. Die Invasion zeugt von Erfolg und nicht nur das Gebiet des Südens sondern auch fast ganz Nordkorea wird von den Alliierten besetzt, als am chinesischen Grenzfluß Tumen (Yalu) eine Gegeninvasion durch Truppen der chinesischen Volksarmee Maos beginnt. Wieder gibt es erhebliche Gebietswechsel, bis es nach einem strengen Winter einen langen Stellungskrieg entlang des 38. Breitengrades gibt.
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Statue von Gen. Douglas MacArthur in Incheon

 
Heute weiss man, dass es Stalin war, der gegen einen Waffenstillstand war. Er unterstützte China mit Waffen und Soldaten, die zum Teil in chinesischen Uniformen agierten. Erst nach Stalins Tod 1953 war der Weg für ernsthafte Verhandlungen frei. So wurden die Waffenstillstandsverhandlungen am 27. 7. 1953 in Panmunjom abgeschlossen und so der status quo bis heute zementiert.
Dieser katastrophale Bruderkrieg kostete neben den unbeschreiblichen Zerstörungen im ganzen Land einen enormen Blutzoll: ca. 2,5 Millionen Nordkoreaner, 1 Mio. Chinesen, 1 Mio. Südkoreaner und 70.000 UN-Soldaten (davon 36914 Amerikaner) kamen ums Leben. Die Flüchtlingswelle zerriß Familien, verursachte Hunger und Verelendung.
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Straßenkampf in Seoul


In Seoul kann man sich umfangreich im Korean War Memorial Museum in Yongsan informieren.

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Korean War Memorial

 
Für Interessierte empfehle ich folgende Filme:
The Bridges of Toko-Ri ( USA 1955)
Men in War [Tag ohne Ende] (USA 1956, Regie: Anthony Mann)
A Hill in Korea [An vorderster Front] (GB 1956, Regie: Julian Amyes)
Pork Chop Hill [Mit Blut geschrieben] (USA 1959, Regie: Lewis Milestone)
mit Gregory Peck und George Peppard
MacArthur, the Rebel General (USA 1977) Regie: Joseph Sargent
mit Gregory Peck in der Titelrolle

 
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Martyr (1965)
Nightmare (1968)
Rainy Days (1979)
South Korean Army [Nambugun] (1990)
The Taebaek Mountains (1994)
Spring in my Hometown (1998)
Taegukgi - Brotherhood of War (2003)
Welcome to Dongmakgol (2005)
Boys Don't Cry (2008)
A Little Pont (2009)
71: Into the Fire (2010)
Pünktlich zum 60. Jahrestag des Kriegsbeginns (2010) nahmen die großen Networks Dramaserien in ihre Programm auf: "Comrades" auf KBS und "Road Number One" auf MBC.


Szene aus "Taegukgi-Brotherhood of War"


Szene aus "Welcome to Dongmakgol"
boys dont cry
Szene aus "Boys Don't Cry" (2008)
Into the fire
Szene aus "71: Into the Fire" (2010)
 
LITERATURTIPP:
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Robert J. Lentz, Korean War Filmography: 91 English Language Features through 2000
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Rolf Steininger, Der vergessene Krieg. Korea 1950-1953, München 2006.
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Jörg Friedrich, Yalu. An der Ufern des dritten Weltkriegs, Berlin 2007. 
Letztes Update ( Wednesday, 11 January 2012 )