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"My Sassy Girl" remastered auf DVD PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Sascha Klie   
Sunday, 11 July 2010

My Sassy Girl 

OT: ׳ (Yeopgijeogin geunyeo)

Land: Südkorea 2001
Regie: KWAK Jae-young
 

Drehbuch: KWAK Jae-young nach der Vorlage von KIM Ho-shik
Darsteller: Gianna JUN, CHA Tae-hyun, KIM In-moon, SONG Ok-sook, HAN Jin-hee, HYUN Sook-hee, KIM Il-woo
 

Musik: KIM Hyung-suk
Länge: 119 Min.
Ton: Dolby Digital 5.1
Sprachen: Koreanisch, Deutsch
Untertitel: Deutsch
Bildformat: 16:9 anamorph (1,78 : 1)
Extras: Bonusmaterial: Making of...(24 Min.), Interviews (9 Min.)
Synchronisation und Untertitel: Die neue Synchronisation ist sehr gut gelungen. Leider wurde gerade der koreanische Eigenname des Hauptdarstellers falsch ausgesprochen. So klingt „Gyun-woo“ (ausgesprochen wie „Gjun-u“) hier wie „Kjun-wu-ä“. Die Klangfarbe der Stimmen passen recht gut. Die Untertitel sind sehr genau und stimmig. Die Übersetzung weicht ab und zu ein wenig von der Synchronisation ab, aber ohne den Sinn zu verfälschen.
FSK: ab 12 Jahren
Vertrieb: splendid film in der Reihe „Amazia“

Image

 

Ein junger Mann, Gyun-woo, beobachtet in der U-bahn ein betrunkenes Mädchen, das gefährlich nah an der Bahnsteigkante steht. Er zieht sie zurück als der Zug einfährt. In der Bahn wird ihr schlecht und sie übergibt sich auf einen Rentner. Da sie den Jungen „Schatz“ ruft, denken alle, sie sei seine Freundin und er solle sich besser um sie kümmern. So nimmt er sich widerwillig ihrer an und bringt sie in ein Hotel. Als er sich reinigt, kommt die Polizei und er landet über Nacht im Gefängnis. Seine Mutter, wo der Student noch mit 25 Jahren wohnt, schlägt ihn für sein Wegbleiben. Zu seiner Verwunderung meldet sich das Mädchen wieder bei ihm, will wissen, was am Vorabend geschah. Er merkt, wie selbstsicher und bestimmend ihre Art ist, so macht sie ihm immer wieder Vorhaltungen, sie schlägt ihn und überstimmt ihn, wenn er etwas im Café bestellen möchte. Irgendwie ist er aber von ihr fasziniert. Stets muss er auf ihre spontanen Einfälle gefasst sein, so holt sie ihn aus der Vorlesung indem sie dem Professor eine Lügengeschichte erzählt, sie wirft ihn ins Wasser um die Wassertiefe auszuloten, obwohl er gar nicht schwimmen kann, oder sie tauschen die Schuhe, weil ihr die Pumps drücken. Stets mischt sie sich in anderer Leute Angelegenheiten ein, wenn ihr Unrechtsbewusstsein angesprochen wird.

Sie will Drehbuchautorin werden und schreibt an wilden Manuskripten über Zukunftsreisen, die sie an Filmproduktionen schicken will. Er muss ihre Geschichten lesen und sie entsprechend loben.

Als ihr Geburtstag ansteht, soll er sich etwas Besonderes für sie ausdenken. Er will gegen Mitternacht mit ihr in einen Vergnügungspark einsteigen und ein Feuerwerk nur für sie arrangieren. Als es soweit ist treffen sie jedoch auf einen Deserteur der von der Armee verfolgt wird. Er will sich aus Liebeskummer umbringen und die beiden gleich mit sich in den Tod nehmen. Ihr gelingt es jedoch, den Lebensmüden umzustimmen und so den Abend zu retten.

Als er ihre Eltern kennen lernt, bemerkt er doch ziemliche Übereinstimmungen wie zum Beispiel des Trink-Verhalten des Vaters. Doch danach herrscht Funkstille, erst als sie ihn kurz vor dem 100-Tage-Jubiläum anruft, wird er wieder aktiv. So verlangt sie, dass er ihr in aller Öffentlichkeit eine Rose überreicht. Als es soweit ist, marschiert er mutig durch das Auditorium, wo sie gerade ein Vorspiel hat und gibt ihr unter dem Applaus der Studenten die rote Blume.

Endlich denkt er kann er einen Schritt weiter kommen und sie küssen, doch daraus wird nichts. Sie lässt ihn wieder links liegen und hat sogar andere Blind Dates mit anderen Männern, denen er sogar Tipps für den nicht gerade unkomplizierten Umgang mit ihr gibt.

Sie erkennt, dass er sie liebt und bittet ihn um einen Brief, wo er sich erklären soll.

Als sie sich das nächste Mal treffen, vergraben sie seinen und ihren Brief in einer Kapsel unter einem Baum und nehmen sich das Versprechen ab, sich in genau zwei Jahren wieder dort zu treffen und dann gemeinsam die Briefe zu lesen.

Es beginnt eine harte Zeit des Wartens.

 

 

sassy
 

 

Kommentar: Kwak beginnt seinen Film mit zwei Szenen, die sich erst am Ende erklären. Der Plot wird wie ein Fussballspiel in zwei „Halbzeiten“ und eine „Verlängerung“ eingeteilt, die dem Film seine formale Struktur verleihen. Als Ergebnis kommt eine herzliche Liebesgeschichte heraus, die auf einer Episodengeschichte aus dem Internet basiert. Regisseur Kwak hat das Potential des Stoffes erkannt und eine der wundervollsten und zeitlos schönen Melodramen geschaffen. Die Auflösung am Ende zeugt von Liebeskummer, Bindungsängsten und schicksalshaften Begegnungen, die das Leben nun einmal schreibt. Die Situationskomik und die romantische Grundstimmung ergänzen das Konzept aufs Vortrefflichste.

In Korea traf diese Mischung die Zuschauer genau ins Mark. „My Sassy Girl“ wurde 2001 mit fast 5 Mio. Besuchern zweiterfolgreichster Film des Jahres (nach „Friends“).

 

Gyun-woo, der hier als Erzähler auftritt wird durch den jungen Schauspieler Cha Tae-chun fantastisch verkörpert. Seine unbekümmerte Art und sein Dackelblick machen ihn zum Helden, obwohl er ständig eine um die Ohren bekommt. Seine ehrlichen Absichten und sein reines Herz nimmt ihm jeder ab. Cha debutierte in TV-Serien bevor ihm mit dieser Hauptrolle der Durchbruch gelang. Seitdem ist er auf Melodramen mit Ausrichtung Komödie abonniert. So drehte er 2002 „Lover's Concerto“, und 2003 „Crazy First Love“. Nach etlichen weiteren Rollen hatte er 2008 mit „Speed Scandal“ einen weiteren Höhepunkt im erfolgreichsten Film des Jahres.

Das Mädchen, das im ganzen Film namenlos bleibt wird von Gianna Jun verkörpert (eigentlich JUN Ji-hyun), die studierte Schauspielerin ist und sich auch als Model einen Namen gemacht hat. Im Jahr 2000 hatte sie einen Riesenerfolg mit „Il Mare“, wo sich ein Paar durch einen Briefkasten Nachrichten in eine andere Zeitebene schicken können. 2004 spielte sie wieder an der Seite von Cha in „Windstruck“ und 2006 in dem Action-Liebeskrimi „Daisy“ mit.

Auch das Schlusslied „I Believe“ wurde zu einer der Hymnen des koreanischen Kinos.

 

Der Erfolg lag sicher daran, dass dieser Film als Genremix mehr ist als nur eine Teeniekomödie, mehr als ein Melodram, mehr als eine Liebesgeschichte zwischen einer toughen Frau und einem Underdog. Hier werden die großen Fragen des Lebens angesprochen, hier kann sich jeder angesprochen fühlen, hier kann jedermann etwas für sich mitnehmen. 'Die freche Göre', wie „My Sassy Girl“ einmal übersetzt wurde bleibt auch nach fast einem Jahrzehnt einer der herzlichsten und ergreifensten Liebesfilme, die jemals in Korea gedreht wurden. Hier wird das so eigentümliche melancholische Herzschmerzgefühl „han“ angesprochen und zeigt, dass Liebesangelegenheiten zeitlos sind. Auch nach einer Dekade hat dieser Film nichts von seinem einmaligen Charme eingebüßt.

Es ist Splendid zu danken, dass sie diese remasterte Neuauflage mit einer neuen Synchronistion in die Amasia-Reihe aufgenommen haben, denn diesen Film sollten ALLE Liebhaber des asiatischen Films im Regal stehen haben. Sicherlich einer der zehn Filme aus Korea, die man gesehen haben sollte!

 

(Dank an splendid film für die Überlassung der Rezensions-DVD!)

Letztes Update ( Sunday, 11 July 2010 )