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MOTHER auf DVD PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Sascha Klie   
Wednesday, 08 December 2010

MOTHER 

 

OT: 마더 (Madeo)

Land: Südkorea 2009

Regie: BONG Joon-ho

Drehbuch: BONG Joon-ho, PARK Eun-kyo
Darsteller: KIM Hye-ja, WON Bin, JIN Gu, JEON Mi-seon, LEE Young-seok, CHEON Woo-hee

Musik: LEE Byeong-woo
Länge: 124 Min.
Ton: Dolby Digital 5.1 und 2.0
Sprachen: Koreanisch, Deutsch
Untertitel: Deutsch
Bildformat: 16:9 anamorph (2.35 : 1)
Extras: Making of...(10 Min.), Interview mit Bong Joon-ho (Filmfest München, 42 Min.), Behind the Scenes (18 Min.), Teaser (0:30 Min.) und Trailer (1:10 Min.)
Synchronisation und Untertitel: Die Synchronisation ist im Ganzen gelungen, wenn es auch einige Abweichungen gibt. Leider spricht die Mutter den Namen des Sohnes falsch aus (Do-joon [sprich Do-dschun] wird zu Do-jo-on, bzw. Do-jo-na wegen des koreanischen Imperativ-A am Ende übernommen). Auch heisst der Freund nicht Jin-ta-e, sonder Jin-tae (sprich Dschin-tä). Auch ist ein Se-oul zu hören (die Hauptstadt Seoul spricht sich aber wie engl. SOUL aus). Aus dem Erpressungsgeld von 5 Mio. Won werden in den Untertiteln 5000 $ und in der Synchonisation nur 5000 Won (ungefähr 4 Euro!), dass sie ihm mangels Bargeld überweisen soll. Auch weicht die Synchronisation von den Untertiteln mehrfach ab, wenn es um den Begriff ‚Babo‘ (Dummkopf) geht, der mal als Idiot aber auch unpassend als „Spasti“ übersetzt wurde.

FSK: ab 12 Jahren
Vertrieb: ascot elite home entertainment

 

 Image

 

 In einer koreanischen Kleinstadt wird ein Mädchen erschlagen aufgefunden. Da neben der Leiche ein Golfball mit einem Namen gefunden wird, gerät der geistig zurückgebliebene Do-joon in Tatverdacht. Die in Mordsachen unerfahrene Polizei legt ihm ein Geständnis vor, dass er mit seinem Fingerabdruck verbindlich bestätigt. Seine Mutter, eine ältere Kräuterhändlerin, ist jedoch von seiner Unschuld überzeugt. Sie hegt einen Verdacht gegen einen Freund ihres Sohnes, den sie belastet. Doch dessen Unschuld kann schnell festgestellt werden. Er hilft ihr sogar eigene Recherchen zu begehen, weil der Anwalt, den sie engagiert hatte, den Fall bereits als verloren ansieht und einen Deal mit einer Einweisung in die Psychiatrie anbietet. Die Mutter findet jedoch im Umfeld des Opfers Hinweise auf andere mögliche Täter. Es gibt sogar einen Zeugen.  

 

 

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 Dieser außergewöhnliche Film ist ein wahres Meisterwerk. Inhaltlich dicht und spannend von der ersten Sekunde an. Bildgewaltig inszeniert Regisseur Bong Joon-ho mit Kim Hye-ja eine der Grandes Dames des koreanischen Kinos. Ihr und nur ihr wollte er die Rolle auf den Leib schreiben.

Leider liest man in einigen Besprechungen, dass es sich um eine inzestuöse Beziehung handeln soll. Dem ist aber nicht so, das ist sogar ziemlich abwegig! Zwar schläft die Mutter noch immer bei ihrem Sohn auf dem Futon am Boden, das ist jedoch im traditionellen Korea nichts Ungewöhnliches zwischen Eltern und Kindern. Da der Sohn jedoch nie geistig richtig erwachsen wurde - obwohl er bereits in den 20ern ist - kann man als Koreakenner da keinen Hinweis ableiten.

Die grandiose schauspielerische Leistung, die auch mehrfach mit Preisen bedacht wurde, wird durch die Inszenierung durch Großsaufnahmen und ihren Tanz zu Beginn des Filmes unterstrichen.

Auch Frauenschwarm Won Bin („Brotherhood of War“, zuletzt „Man from Nowhere“) spielt den geistig Beschränkten mit wunderbarer Leichtigkeit und hellen aufblitzenden zündenden Momenten überragend.  

 

Der an über 150 locations in ganz Korea gedrehte Thriller setzt auf die ‚Macht der Bilder‘ und seine gelungene, schlichte Ausstattung.

Die vom erfolgreichen Musiker Lee Byeong-woo eingesetzte Musik, die bereits im einmaligen Prolog einen leichten Tanzrhythmus verwendet, rundet das Gesamtbild wunderbar ab.

Viele der eindrücklichen Szenen, wie zum Beispiel das Versteck im Kleiderschrank oder das ‚Interview‘ auf dem Rummelplatz wird man so schnell nicht mehr vergessen.

Immer wieder gelingen genreübergreifende Szenen, die in hitchcockesker Suspence-Manier das Publikum in seinen Bann zieht.

 

 ·         Im Bonusmaterial dieser DVD ein ausgezeichnetes Interview vom Filmfest München durch Christoph Görner, welches einen tiefblickenden Eindruck in das Wirken des Regisseurs bereitet.

 

Fazit: Meisterregisseur Bong Joon-ho („Memories of Murder“, „The Host“) setzt hier einen weiteren Glanzpunkt des koreanischen Kinos, der weltweit Anerkennung erfuhr und auf Festspielen begeistert aufgenommen worden ist.

 Hier wurde die aufopferungsvolle Liebe einer koreanischen Mutter verfilmt. 

 

Dieser Film sollte auf jedem Wunschzettel in diesem Jahr stehen.  Zwei atemberaubende Stunden für die ganze Familie erwarten den am Ende sicherlich gefesselten Zuschauer. 

 

 

 

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Regisseur Bong mit seiner Hauptdarstellerin Kim in einer Drehpause 

 

Ab sofort auf DVD und Blu-ray bei Ascot Elite Home Entertainment. 

 

 

(Vielen Dank an ascot elite für die Bereitstellung der Rezensions-DVD!)

Letztes Update ( Wednesday, 08 December 2010 )