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Blades of Blood auf DVD PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Sascha Klie   
Wednesday, 02 March 2011

Blades of Blood

 

OT: 구르믈 버서난 달처럼 (Guremeul beojeonan dalcheoreom)

Land: Südkorea 2010

Regie: LEE Joon-ik

Drehbuch: CHO Chul-hyun, OH Sung-hyeon, CHOI Suk-hwan nach den Manhwas von PARK Heung-yong
Darsteller: HWANG Jung-min, CHA Seung-won, HAN Ji-hye, BAEK Sung-hyun

Musik: KIM Soo-chul, KIM Jun-seok
Länge: 104 Min.
Ton: Dolby Digital 5.1
Sprachen: Koreanisch, Deutsch
Untertitel: Deutsch, Niederländisch
Bildformat: 16:9 anamorph (2.35 : 1)
Extras: Making of...(8 Min.), Choreographie der Kampfszenen (3 Min.) und Trailer (1:30 Min.)
Synchronisation und Untertitel: Die Synchronisation ist im Ganzen recht gut. Zwar werden die Stimmlagen dem einmaligen Bass-Bariton eines Cha Seung-won und dem knarzigen Tonfall von Hwang Jun-min nicht gerecht, dennoch ist die Synchronität gewahrt. Die Namen werden (fast) alle richtig ausgesprochen, nur der Familienname Jung sollte wie ‚Dschung‘ gesprochen werden. Einmal wird ein Name vertauscht und bei den Untertiteln landen die Japaner in Busuan statt in Busan. Einmal wird vom kaiserlichen Thron gesprochen, wo es sich bekanntlich um einen königlichen handelte (Das Kaiserreich Korea wurde erst 1896 ausgrufen). Leider ist auch auf dem Rückentext vom 'Kaiser‘ zu lesen.

Bei der Übersetzung der Schimpfworte wurden vielerlei Varianten benutzt, was im Grunde in Ordnung ist (da steht tatsächlich im Deutschen ein größerer Wortschatz zur Verfügung).

FSK: ab 16 Jahren
Vertrieb: splendid film (Reihe Amazia)

 

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1592 steht Korea vor der Invasion durch japanische Truppen. Am Königshof in Hanyang (heute Seoul) stehen sich die Fraktionen unversöhnlich gegenüber. Die traditionellen Westler und Ostler (nach der Herkunft ihrer Clan-Gebiete) verwirren den Herrscher derartig, dass er lethagisch gar nicht reagiert. So wittert Lee Mong-hak seine Chance für einen Machtwechsel. Er bildet eine sog. Große Allianz und zieht gegen die etablierten Kräfte um das Land zu retten (und den König zu entmachten). Dabei geht er über Leichen, der wer nicht für ihn ist, steht gegen ihn. So wird auch die Familie Han umgebracht. Der junge Han Kyung-ja wird Zeuge des Meuchelmordes und selbst von Lee schwer verletzt. Ein blinder Mann, der loyale Hwang rettet ihn und pflegt ihn mit seiner traditionellen Heilkunst gesund. Weil er ein Schwertkampfmeister ist, will Kyung-ja bei ihm lernen, um sich an Lee rächen zu können. Auch Hwang will Lee von seinem Vorhaben abbringen und sich für den Mord an seinem Freund Jung Yeo-ran revangieren.

So ziehen sie nach Yosan, wo in einer Herberge Baek-ji als Kisaeng arbeitet, die eine Geliebte von Lee ist.

Die Rebellen haben viel Rückhalt in der Bevölkerung und bekommen von einem Schmied Waffen für den Aufstand.

Der König hat derweil eine Truppe den Aufständischen entgegengesetzt, welche die Getreuen um Lee verhaften soll. Doch Lee gelingt es auch diese zu befreien und weiter in Richtung Hauptstadt zu marschieren. Der König verläßt schließlich den Palast und flieht feige vor seinen Gegnern.

Als Kyung-ja den verwaisten Thronsaal betritt, steht er mit Baek-ji alleine Lee entgegen. Dem finalen Duell folgt der Einmarsch der Japaner.

 

 

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Kommentar: Immer wieder wurden Blinde zu außergewöhnlichen Martial-arts-Kämpfern gemacht. Ihr Handicap glichen sie alle mit einer verfeinerten Wahrnehmung durch die anderen, geschärften Sinne aus. In Japan ist der blinde Samurai Zatoichi ein Begriff, der sich in verschiedenen Verfilmungen (26 Filme von 1962-1989 und eine 112-teilige TV-Serie) und der westlichen Variante in „Blind Fury“ (1989) mit Rudger Hauer manifestierte. 2003 setzte dann Takeshi Kitano einen weiteren Höhepunkt der Reihe mit seinem Remake. In der weiblichen Variation kam 2008 mit „Ichi“ eine blinde Musikerin auf die Leinwand. Shingo Katori spielt in „Zatoichi: The Last“ 2010 erneut diese Leinwandlegende. Der Topos des blinden Kämpfers findet sich ebenso in Parodien wie auch in Animations wieder.

Auch in Japan ist der blinde Kämpfer zunächst ein Heiler, nämlich ein Masseur, Hwang versteht sich in „Blades of Blood“ nicht nur aufs Massieren, sondern auch die traditionelle ostasiatische Heilkunst mit Kräutern, Räucherkegeln und Akupunktur. So kommt er seinen Klienten nahe und erfährt Sachen, die sonst eher Geheimnisse sind. Ihn zeichnet ein Sinn für Gerechtigkeit aus, der er zum Durchbruch verhelfen will. Schauspieler Hwang Jun-min ist sicherlich vom rein Äußeren her nicht der smarte Held, sondern in seinen Rollen eher mit Nebenrollen besetzt worden, wenn auch seine Filmographie bereits über 20 Titel aufweist. Sein Debüt hatte er 1990 in „General‘s Son" von Im Kwon-taek. Bekannt aus dem Kassenschlager „A Bittersweet Life“, agierte er aber auch in „Swiri“ (2000), „A Good Lawyer‘s Wife“ (2003) und 2009 in „Private Eye“ als Detektiv.

Sein Gegenüber ist einer der besten Bösewichte zur Zeit. Der ebenfalls 1970 geborene Cha Seung-won hatte seinen Durchbruch als korrupter Dorflehrer „Teacher Kim Bong-du“ 2003.

Mittlerweile spielt er in der Erfolgsserie „Athena. Goddess of War" einen Agenten, der Korea an den Rand eines Krieges treibt.

Baek Sung-hyun stand bereits als 5-jähriger vor der Kamera und spielte zahlreiche Kinder und Jugendliche, wie z.B. den ältesten Sohn in „Besame Mucho" (2001). Neben seiner Filmkarriere („Marathon" (2005) und „My Boyfriend‘s Diary" von 2006) war er zumeist in TV-Dramaserien zu sehen, so auch 2009 in „That Fool" an der Seite von Hwang Jun-min. Diese beiden geben hier als Mester-Schüler-Paar die witzigen Einlagen mit running gags und Kampfeinlagen im Stile eines ‚Drunken Masters‘. Ihre Dialoge werden zum Schlagabtausch, wo einer dem anderen den Ball zuwirft.

Die weibliche Nebenrolle füllt die zarte aber resolute Han Ji.hye aus, die als eine ihrer ersten Rollen in der Teenie-Komödie „Singles“ (2003) zu sehen war. Es folgten u.a. „My Boyfriend is Blood Type B“ (2005) und im TV „East of Eden“ (2008).

Regisseur Lee Joon-ik dreht seit 1993 Filme und entwickelte ein Faible für historische Stoffe. So wurden seine Kostümfilme „Hwangsanbeol“ (2003) und natürlich „King and the Clown“ (2005 erfolgreichster Film) Kassenschlager. Aber auch „Radio Star“ (2006 mit Ahn Sung-ki) und „Sunny“ (2008) wurden viel beachtete Erfolge.

 

Fazit: Die beiden Hauptcharaktere tragen den Film, hinzu kommt ein aufstrender Jungstar, der dem Film eine gewisse Frische gibt. Als Counterpart des verschrobenen Einzelgängers mausert er sich zum Racheengel, der eine offene Rechnung zu begleichen hat. Wenn auch der Ehrencodex des Schwertkämpfers am Ende brutal von den Japanern niedergeschossen wird (wie -andersherum- in „Last Samurai“, wo die konventionell kämpfenden japanischen Krieger von amerikanischen Soldaten mit Gewehren niedergemäht werden), bleibt der hehre Anspruch sein Land bis zum Letzten verteidigt zu haben. Die zahlreichen Kampfszenen zeichnen sich durch eine konservative Bodenhaftung aus (im Gegensatz zu chinesischen Flugshows), welche durch die fabelhaften Sets, die grandiose Kameraführung und durch den Schnitt herausragend zur Geltung gebracht werden.

 

(Vielen Dank an splendid film für die Bereitstellung der Besprechungs-DVD!)

 

Letztes Update ( Wednesday, 02 March 2011 )