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„War of the Wizzards“ auf DVD PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Sascha Klie   
Wednesday, 09 March 2011
 

 

War of the Wizzards

 

OT: 전우치 (Jeon Woo-chi: The Taoist Wizzard)

Land: Südkorea 2009

Regie, Drehbuch: CHOI Dong-hoon

Darsteller: GANG Dong-won, KIM Yoon-suk, LIM Soo-jung, YOO Hae-jin, YUM Jung-ah, BAEK Yoon-shik, YOO Hae-jin, KIM Hyo-jin, JOO Jin-mo, SEON Woo-seon

Musik: Young-kyu
Länge: 130 Min.
Ton: Dolby Digital 5.1
Sprachen: Koreanisch, Deutsch
Untertitel: Deutsch, Niederländisch
Bildformat: 16:9 anamorph (2.35 : 1)
Extras: Bonus-DVD mit Making of...(6 Min.), Pre-Production (27 Min.), CGI-Effekte (3 Min.), Locations (4 Min.), B-Rolle (25 Min.), Slide-show, Interviews (6 Min.) und Trailer (1:30 Min.)
Synchronisation und Untertitel: Die Synchronisation ist sehr gut gelungen, ich konnte keine wesentlichen Fehler oder Abweichungen finden. Bei den Untertiteln gibt es einige Fehler in der Schreibweise der Ortsnamen.

FSK: ab 12 Jahren
Vertrieb: splendid film in der Reihe amazia

 

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In einer vergangenen Zeit lebten neben den Menschen auch Geister wie die tiergestaltigen Yokai, die bösartige Kobolde sind. Sie sind nur mit dem Spiel auf der Flöte der Vorsehung zu bannen. Als man sie endgültig einsperren wollte, musste sie 3000 Tage am Stück gespielt werden. Doch die drei taoistischen Priester verzählten sich um einen Tag und die Yokai kamen wieder frei. Um die Flöte wiederzubekommen, beauftragen sie den mächtigen Magier Hwadam, ihnen zu helfen. Der hat jedoch Konkurrenz bekommen in dem jungen Neuling Jeon Woo-chi aus Pyongyang.

Er ist in der Chosun-Dynastie ein gefürchteter Magier, der mit seinem Unfug sogar vor dem König nicht Halt macht. Seine Illusionen lassen ihn aus den Wolken schweben und er regiert den Regen und den Wind. Er macht sich zum Sprachrohr des Volkes, als es vom König während einer Hungersnot nicht ausreichend versorgt wird. Er nimmt sich Dinge aus dem königlichen Schatz, die er zum Wohle der Bevölkerung verkaufen will. Der König beauftragt den großen Zaubermeister Hwadam damit Woochi unschädlich zu machen.

Als er aufschnappt, dass eine junge Witwe wieder zu ihrem Vater zurückgeschickt werden soll, will er sie entführen, um an ein Schwert zu kommen. Auf dem Weg wird der Tross allerdings von anderen Banditen angegriffen, doch Woochi kann sie mit Hilfe seines Gefährten Chorangyi retten. Der Vater stellt sich jedoch als gestaltwandlerischer Yokai heraus, dem er die Flöte abnehmen kann. Das geschieht jedoch nicht ohne einen erbitterten Kampf.

Hwadam kann ihn schließlich in seinem Versteck bei seinem Lehrer in den Bergen aufspüren. Um den Streit um die Flöte zu schlichten, zerbricht sein Lehrer die Flöte in zwei Teile und gibt Hwadam ein Stück davon. Der will jedoch die ganze Flöte haben, denn er ist selbst ein grünblütiger Yokai. So schleicht er zurück, um die andere Hälfte zu bekommen. Im Kampf wird der Lehrer getötet und Woochi mit Hilfe der drei Priester in ein magisches Rollbild. Als er in das Bild gesogen wird, kann er jedoch noch eine Hälfte der Flöte greifen. Nun ist er jedoch für 500 Jahre mit seinem Gefährten, der ursprünglich ein Hund ist, aber ihm auch als Reittier dient, gefangen.

Als die Yokai nach dem halben Jahrtausend wieder erscheinen, brauchen die unsterblichen Mönche Hilfe. Weil Hwadam nicht da ist, kann ihnen nur Woochi aus der Bedouille verhelfen.

Durch den formelhaften Gesang der Mönche, die mittlerweile als schamanistischer Wahrsager, katholischer und buddhistischer Priester agieren, kann er wieder aus dem Bild, das mittlerweile in einen heutigen Seouler Museum hängt, aktiviert werden. So landet er mit einem unverhofften Zeitsprung in der quirligen Metropole Koreas im hier und jetzt.

 

Die Unwägbarkeiten der modernen Technik machen es den Gefährten nicht leicht, aber sie sind trickreich und können gut improvisieren. So werden sie von Hwadam verfolgt, der die Flöte endgültig erobern will. Da trifft Woochi in einem Mädchen, dass als Stylistin an einem Filmset arbeitet seine angebetete Witwe wieder. Sie will ihm helfen und verhindert, dass er in sein Verderben zieht. Als Woochi jedoch seine Talismane verliert, die er zum Zaubern benötigt, scheint sein Schicksal besiegelt zu sein. Hwadam hatte dem Gefährten in Aussicht gestellt, dauerhaft ein Mensch werden zu können, so hat er seinen Herrn verraten. Am beliebten Ausflugspunkt, dem renaturierten Bachlauf Cheongyecheon in Seoul treffen sie aufeinander. Die wiedervereinigte Flöte kann Woochi noch durch ein Tor zu einem Filmset hin retten, dort wird sich das Schicksal entscheiden.

 

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Kommentar: Ein actionreicher Fantasy-Film mit überragender Tricktechnik und Special effects erwartet den Zuseher hier. Jeon Woochi ist ein koreanischer Till Eulenspiegel verbunden mit einer Zauberer-Komponente. Anders als der bekanntere Robin-Hood-Charakter eines Hong Gil-dong, der bislang schon in vielen Filmen und Serien thematisiert wurde, ist dieses die erste filmische Umsetzung des Helden.

Unser Titelheld wird vom smarten Jungstar Gang Dong-won verkörpert, der stets den Schalk im Nacken hat. Er wurde mit seiner einfühlsamen Rolle in „Romance of their Own“ (2004) bekannt. Als stummer Kämpfer ohne Namen überzeugte er in „Duelist“ bereits 2005 an der Seite von Ha Ji-won und Ahn Sung-ki. Der 1981 geborene Star beherrscht verschiedene Genres und läßt sich erfreulicher Weise in keine Schublade zwängen.

Als sein erbitterter Gegner kommt Kim Yoon-suk zur Geltung, der bereits seit 1994 auf der Leinwand zu sehen ist. Zunächst oft in Nebenrollen besetzt, brachte ihm das Spielerdrama „Tazza- War of Flowers“ (2006) den späten Durchbruch. Durch den Erfolgsstreifen „The Chaser“ (2008) wurde er mit Preisen nur so überhäuft und gibt so auch mal den nicht ganz so edlen ‚Guten‘.

Neben zahlreichen Cameos in den kleinen Rollen besticht hier noch die junge Lim Soo-jung, die in Park Chan-wooks modernem Märchen „I‘m A Cyborg, But That‘s OK“ an der Seite von Superstar „Rain“ agierte.

Nicht unerwähnt bleiben soll Yoo Hae-jin, der den kumpelhaften Begleiter, eine Art ‚Sancho Pansa‘ abgibt, der Woochi in hündischer Treue zur Seite steht. Der unglaubliche Mime, dessen unverkennbare Optik stets für tragische oder komische Rollen herhalten muss (zuletzt in „Moss“, 2010), übernimmt hier den ‚Starken August‘, ohne den selbst der Meister alt ausschaut.

 

In „War of the Wizzards“ werden neben religiösen Sichtweisen, die moderne Lebensweise der Jugend in Korea, die Korruption der Politker und vieles mehr angesprochen. Mittelalterlicher Mythos trifft die Moderne. Während es schon häufiger Zeitsprünge in Filmen gab, geht es hier um dauerhaftes Wiedererwecken in einer anderen Zeit. Wie in „Dragon Wars“ ist ein altes Problem noch nicht beendet und harrt seiner Lösung in der Jetztzeit. Anachronismen sind hierbei witzige Details, wie die Abschaffung der Monarchie, die für Woochi nicht als Möglichkeit bestand.

Aufwedige Sets und viele Seiltrickaction geben diesem Film seinen unverwechselbaren Charme. Optisch anspruchsvoll wurden die Tricks gemeistert. Sehr gelungene Kamerafahrten, 90 Grad-Schwenks und eine atemberaubende Autoverfolgung im Abendverkehr von Seouls Innenstadt.

Beim Showdown geht ein ganzer Filmset zu Bruch. Einige running gags verstärken den Übergang in den Zeitebenen. Überaus gelungen ist auch die Reminiszenz an die altertümliche Hofmusik, die sich auf Wink von Woochi zum modernen Stück mausert.

 

Für den 1971 geborenen Regisseur Choi Dong-hoon stellt diese Produktion sein Spielfilmdebüt dar. Durch die Unterstützung der renomierten Produzentin Lee Eugene (u.a. „A Bittersweet Life“, “Voice of a Murderer“) gelang hier eine überzeugende Erstlingsarbeit. Ihm stehen nun alle Türen offen für weitere Projekte.

 

Die Bonus-DVD gibt tiefe Einblicke in die Pre- und Postproduktion, die sehr guten Sets und die körperliche Anstrengung der Dreharbeiten eindrücklich wieder!

 

 

(Vielen Dank an splendid film für die Bereitstellung der Rezensions-DVD!)

Letztes Update ( Wednesday, 09 March 2011 )