Home arrow Neu auf DVD arrow "Sword brothers" auf DVD

Wer ist online?

Kein Benutzer Online
"Sword brothers" auf DVD PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Sascha Klie   
Wednesday, 31 August 2011

SWORD BROTHERS

 

OT: Hyeol-too

Alternativ-Titel: „Bloody Fight“, „The Showdown“

Land: Südkorea 2010

Regie: PARK Hoon-jeong

Drehbuch: PARK Hoon-jeong

Darsteller: PARK Hee-soon, JIN Goo, KO Chang-seok, KIM Kap-soo, JEON Gook-hwan, CHOI Il-hwa

Länge: 109 Min.
Ton: Dolby Digital 5.1
Sprachen: Koreanisch, Deutsch
Untertitel: Deutsch, Niederländisch
Bildformat: 16:9 anamorph (2.35 : 1)
Extras: „Behind the Scenes“ (10 Min. von den Dreharbeiten)
Synchronisation und Untertitel: Im Ganzen eine gute Synchronleistung, wenn mir auch die Klangfarbe nicht bei allen Akteuren gefällt, so hat der voluminöse Ko Chang-seok eine viel zu hohe Fistelstimme bekommen. Die Umschrift eines der Helden hätte besser ‚Do-young‘ und nicht wie hier ‚Do-joung‘ gelautet. Der Name des anderen Protagonisten ‚Hun-byung‘ (oder Hoon-byeong) wird fälschlich als >Han-byang< ausgesprochen. Teils sind die Untertitel verdreht, dass zwei Sätze in der falschen Reihenfolge kommen, was den Inhalt aber nicht verfälscht.

FSK: ab 16 Jahren
Vertrieb: splendid film in der amasia-Reihe

 

Image

Während der Chosun-Zeit kämpft eine koreanische Einheit auf Feindesgebiet gegen eine chinesische Übermacht. Die numerisch unterlegenen Koreaner werden bis auf wenige Mann komplett aufgrieben. Lediglich zwei Offizieren gelingt es, sich in Sicherheit zu bringen, wobei der eine noch schwer verwundet ist. In eisiger Kälte und bei heftigem Schneesturm droht ihnen der Erfrierungstod. Den Tod vor Augen will der ältere der beiden sein Gewissen erleichtern und beichtet seinem Kameraden, den er wie seinen kleinen Bruder kennt, dass er dessen Vater vorsätzlich falsch des Verrats beschuldigt hatte. Wie durch ein Wunder taucht plötzlich eine verlassene Herberge vor ihnen auf. Als sie sich dorthin retten, treffen sie auf einen weiteren Soldaten ihrer Einheit, der sich vorzeitig vom Schlachtfeld entfernt hatte, also eigentlich ein mit dem Tode zu bestrafender Deserteur ist. Die widrigen Umstände jedoch, lassen sie an einem Strang ziehen, kennt doch der Soldat den Weg in die Heimat.
Do-young ist Sohn eines hohen Beamten, dem seine Karriere ohne großes Zutun zufliegt. Sein Vater hatte den elternlosen Hun-byung angenommen und ihm eine erstklassige Erziehung gewährt. Wenn er auch älter ist, seine Leistungen im Schwertkampf und in der Staatsprüfung viel besser sind als die seines ‚kleinen Bruders‘ Do-young, hat er doch nie die gleichen Aufstiegsmöglichkeiten wie sein Konkurrent. Als eine politische Bewegung den Beamten loswerden will, suchen sie einen Vorwand ihn des Hochverrats anzuklagen. Der frustrierte Zögling denunziert den Ziehvater und liefert ihn so ans Messer. Do-young wird jedoch auf Intervention Hun-byungs verschont. Als Belohnung möchte er die Hand der schönen Seo-hyun bekommen, die eigentlich schon Do-young versprochen war.
Um den Verrat später nicht ans Licht kommen zu lassen, werden beide von dem Hintermann des Komplotts auf eine Himmelfahrtskommando in Feindesland entsant.
Obwohl die drei Überlebenden zusammen schon Mühe haben am Leben zu bleiben und ihre einzige Chance die gemeinschaftliche Flucht ist, weil die Chinesen den Versprengten nachsetzen, gewinnt das Mißtrauen in die Reaktion des anderen die Überhand. Will sich Hun-byung alleine absetzen, weil der verletzte ‚Bruder‘ ihm nur ein Klotz am Bein ist, oder will er sich für den Verrat an seinem Vater rächen. Droht dem einfachen Soldat Doo-soo nach geglückter Heimkehr nicht das Kriegsgericht und der sichere Tod? Werden sie die Heimat wiedersehen?

 

Sword1

 

sword2

 

sword3

 

sword4 


Kommentar: Ein hochdramatisches Kammerstück um seelische Qualen angesichts der Wahrheit und des Todes. Die ungleichen 'Brüder‘ werden zu erbitterten Gegnern, die sich bis aufs Blut bekriegen. Der dritte im Bunde, versucht sein Fähnchen nach dem Wind zu drehen und unterstützt mal den einen, dann wieder den anderen in der Absicht, den Konkurrenten umzubringen.
Neben den dramatischen Schwertkampfszenen besticht der psychologische Krieg in diesem Film. In kürzester Zeit brechen die Weltbilder der so behütet aufgewachsenen Söhne zusammen. Einerseits bestimmt die Herkunft die Schnelligkeit des gesellschaftlichen Aufstiegs, andererseits versucht der Benachteiligte seine Stellung durch eine wohlgefällige (Un-)Tat aufzuwerten.


In diesem Film bestimmt neben der dramatischen Zuspitzung des Plots die Optik besonders. Die (eis-)kalten Winterszenen im Feindesland, die zum Teil mit Blaufiltern noch eisiger wirken werden zu den farbenfrohen Rückblenden aus der sonnendurchfluteten Heimat in Kontrast gesetzt. Hier dunkle Braun- und Grautöne der Uniformen, dort die lebensfrohen Pastellfarben der koreanischen Hanbok-Kleider.
Das chinesische Wirtshaus erweist sich als ideale Bühne für das theaterhafte Geschehen, das auf kleinem Raum die intime Nähe der Protagonisten, die sich nach und nach zu erbitterten Feinden mausern, auf des Messers Spitze treibt. Eine unwirtliche Umgebung durch den nicht nachlassenden Schneesturm. (Selten war Kunstschnee so schön anzusehen!) Hinzu kommt die Bedrohung durch die siegreichen Chinesen, die kühn dem Schneesturm ohne Mäntel oder Kopfbedeckungen trotzen.

 

Wenn auch nur wenige Schauspieler beteiligt sind, versammelt Regisseur Park Hoon-jeong erstklassige Vertreter ihrer Zunft vor der Kamera, die sich auch körperlich Nichts an Einsatzwillen schenken.

 

Der 1970 geborene Park Hee-soon startete seit 2002 in seiner Karriere durch, die ihM Rollen in allen Genres von Komödie, Drama bis zum Horrorfilm brachten. So sahen wir ihn in Streifen wie „Antarctic Journal“ (2005), „Hansel & Gretel“ (2007), „Babo“ (2008), „My Home“ (2009) oder zuletzt als Fussball-Trainer in „A Barefoot Dream“ (2010).
Sein smartes Gegenüber, Jin Goo (Jahrgang 1980), avanciert seit einigen Jahren zum Sunnyboy des koreanischen Kinos. Dabei sind seine mittlerweile über 20 Rollen überaus vielseitig und mitunter tiefgründig angelegt. Nach seinem Durchbruch mit „A Bittersweet Life“ (2005) war er u.a. in „Truck“ (2008), „Mother“ (2009) und einigen Fernsehserien zu bewundern.
Ko Chang-seok, der dritte im Bunde, stellt seit einiger Zeit als überaus beliebter, weil beleibter, Nebendarsteller in hoher Publikumsgunst. Seine oft humorvollen Cameo-Auftritte geben vielen Kurzeinsätzen das Salz in der Suppe.
Regisseur Park Hoon-jeong überzeugte bislang als Drehbuchautor wie für Ryoo Seung-wans „The Unjust“ und Kim Ji-woons „I saw the Devil“ (beide 2010). So hat er hier erstmals selbst Platz auf dem Regiesessel genommen- vermutlich nicht zum letzten Mal.

 

Optisch wie dramaturgisch wird hier ein Glanzlicht gesetzt, dass einem die nassen Herbstabende verkürzen hilft. Aktuelles, da schnell realisiertes Werk, passend für die Reihe amasia aufbereitet.


(Dank an splendid film für die Überlassung der Besprechungs-DVD!)
Letztes Update ( Wednesday, 31 August 2011 )