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"War of the Arrows" auf DVD PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Sascha Klie   
Tuesday, 08 May 2012

War of the Arrows

OT: 최종병기 활 Choe-jong-byeong-gi Hwal

Alternativ-Titel: Arrow, the ultimative Weapon

Land: Südkorea 2011


Regie: KIM Han-min

Drehbuch: KIM Han-min

Musik: KIM Tae-sung

Darsteller: PARK Hae-il, RYU Seung-ryong, KIM Moo-yeol, MOON Chae-won, LEE Han-wi, KIM Goo-taek, PARK Ki-woong, LEE Kyeong-yeong, LEE Seung-joon, LEE Jae-goo, PARK No-shik, LEE David

Länge: 118 Min.

Ton: Dolby Digital 5.1

Sprachen: Koreanisch, Deutsch

Untertitel: Deutsch, Niederländisch

Bildformat: 16:9 anamorph (2.35 : 1)

Extras: „B-Roll" (7:33 Min.), „Making of" (3:50 Min.), „Original-Trailer" (1:13 Min.)

Synchronisation und Untertitel: Die Synchronleistung geht sehr in Ordnung, der gesprochene Text weicht z.T. allerdings von den sehr genauen Untertiteln ab. Teils werden die koreanischen Namen schlicht weggelassen. Beispiele: In der Szene, wo vor den Augen Ja-ins ihr Vormund getötet wird, ruft sie ‚abonim‘ (etwa ‚Herr Vater‘), was in den U-Titeln als „Vater“ übernommen wird, im Deutschen sagt sie aber „mein Fürst“. Aus dem korrekten „Bruder, wann sehen wir uns wieder“ wird in der Synchronisation „ihr Götter, was soll nun werden“. Statt richtig „der Pfeil hat seinen Hals durchbohrt. Er war sofort tot“, sagt der Soldat: „ich denke, das war die Miliz“. Aus ‚koreanischen Frauen‘ wurden „Chu-se-onische Weibsbilder“ (sic!). Außerdem denke ich, sollte man bei Untertiteln eines Historienfilms, der im 17. Jahrhundert spielt auf Amerikanismen wie „Wow“ oder „bist du okay?“ besser verzichten.


FSK: ab 16 Jahren

Vertrieb: splendid film in der amasia-Reihe seit 30.3.12 als DVD und Blu-Ray

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Es beginnt mit einem nächtlichen Abschlachten. Die Choi-Familie ist des Verrats angeklagt und soll ausgelöscht werden. Lediglich den beiden Geschwistern gelingt die Flucht zu einem Oheim. Dort wachsen sie auf. 13 Jahre später ist aus Nam-i ein guter Jäger geworden. Seine jüngere Schwester Ja-in kommt aber ins heiratsfähige Alter. So stehen die Bewerber Schlange. Der Sohn des Hauses, Seo-goon, kann aber schließlich ihre Hand bekommen. Ihr Bruder ist nicht begeistert, wünschte er sich doch wegen der unruhigen Zeiten einen Helden als Schwager und keinen Intellektuellen. Während der Hochzeitsfeier passiert es. Eine Übermacht von mandschurischen Qing-Kriegern überfällt die Stadt und versklavt die Bevölkerung. Der Oheim stirbt, das junge Brautpaar ist unter den Gefangenen. Weil Nam-i auf der Jagd war, entkam er dem Massaker. Doch die Soldaten haben ihn aufgespürt und verfolgen ihn. Wegen seiner genialen Schußtechnik im Bogenschießen gelingt es ihm, sich abzusetzen und die Verfolgung des Treks der Gefangenen aufzunehmen.
Der schwache koreanische König hat der Deportation tatenlos zugestimmt. So ist Nam-i auf sich allein gestellt. Die letzte Fähre soll gerade den Grenzfluss überqueren, da retten sich einige wagemutige in ihrer Verzweiflung und mit Nam-is Hilfe. Sein Schwager ist auch dabei.
Im Lager des Qing-Prinzen wird gefeiert, als Nam-i für seine Belustigung ausgesucht wird. Sie wehrt sich jedoch kann mit Hilfe ihres Bruders und Ehemanns fliehen. Weil der Prinz dabei umkam, ist der Rachedurst der Soldaten um so größer.


Nun beginnt eine riskante Flucht in Richtung Heimat, die durch Wälder, Schluchten und Abgründe führt.
Am Ende stehen sich die vier Protagonisten, der Qing-Kommandant Jui-sinta und die drei Flüchtlinge Aug in Aug gegenüber.

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Kommentar: Hier ist spannendes Abenteuerepos entstanden, was es so im Historienfilm-Genre in Korea noch nicht gab. Spektakuläre Verfolgungsjagden, die noch Mann-gegen-Mann-Charakter haben. Hier wird noch konventinell gekämpft und die Geschicklichkeit eines Jägers muss die zahlenmäßige Unterlgegenheit ausgleichen. Sehr gut inszeniert und gefilmt, rauben einem manche Einstellungen den Atem.
In den Making of-Szenen erahnt man den Aufwand und den körperlichen Einsatz der Schauspieler ein wenig, der enorm gewesen sein muss.
1636 kam es in Korea, das in seiner Geschichte hunderten von Invasionen von allen Seiten ausgesetzt gewesen ist, einmal mehr zu einem Angriff aus China, der lediglich der Abschöpfung von Sklaven diente. Eine halbe Million Sklaven wurden ins Reich der Mitte entführt, ohne dass der schwache König Injo (1623-1649) die Chance einer Gegenwehr hatte. Die hochgerüsteten Mandschu-Krieger hatten spezielle Halbpfund-Pfeile mit enormer Durchschlagskraft entwickelt. Nam-i, der nur einen Kurzbogen von seinem Vater bei der Flucht retten konnte, hatte jedoch eine Schußtechnik entwickelt, wo durch gezieltes Abschießen die Flugbahn eine Kurve beschreiben kann. Das nutzt er im Kampf gegen die Krieger im dicken Lederharnisch aus und trifft sie an ihrer verwundbarsten Stelle, am Hals.
So werden Pfeil und Bogen tatsächlich zur ultimativen Waffe im dichten Wald oder über größere Distanzen.
Man muss hier stets bedenken, was für einen hohen Stellenwert das Bogenschießen in Korea besitzt, nicht zuletzt teilen sich bei internationalen Wettkämpfen stets Korea und China die Medaillien, so auch bei Olympischen Spielen. Bogenschießen ist somit ein Nationalsport.

Regisseur Kim Han-min (Jahrgang 1969), der 2006 mt seinem spektakulären Debütfilm „Paradise Murdered) überraschte (wo auch Park Hae-il die Hauptrolle spielte), legte 2009 mit „Handphone“ eine zweite Regiearbeit nach. Sein „War of the Arrows“ landete 2011 mit rund 7,5 Mio. Zuschauern auf Platz 1 der Kinoplatzierungen.
Park Hae-il (geb. 1977) dreht seit 2001 sehr erfolgreich Filme und galt lange als smarter Sonnyboy und nicht eben als Actionheld. Komödien wie auch Romanzen lagen ihm zunächst besser, doch mittlerweile hat er sich auch für andere Rollen empfohlen. Zu seinen Erfolgen zählen Filme wie „Waikiki Brothers“ (2001), „The Scent of Love“, „Memories of Murder“ (beide 2003), „My Mother, the Mermaid“ (2004), „The Host“ (2006), „Modern Boy“ (2008), „Moss“ (2010).
Sein Widersacher in der Rolle des Mandschu-Kommandanten Jui-sinta, Ryu Seung-yong ist ein beliebter Bösewicht und oft besetzter Nebendarsteller. Seit 2004 ist er aus dem koreanischen Kino und Fernsehen nicht mehr wegzudenken und spielte bereits in fast 30 Filmen mit. Mit Historienfilmen kennt er sich bestens aus, drehte er doch schon „Blades of Blood“ und „Battlefield Heroes“ (beide 2010), sowie 2007 „Hwang-Jin-i“.


Für die weibliche Hauptrolle der Ja-in kam Moon Chae-won zu ihrem ersten Spielfilmeinsatz, sie sammelte ihre Erfahrungen in erfolgreichen koreanischen TV-Dramaserien wie „Painter of the Wind“ (2008), „Road No.1“ (2010) oder „The Princess‘ Man“ (2011). Für ihre Rolle als Ja-in erhielt sie den Blue Dragon Award 2011 als beste Newcomerin.
Ihren Film-Ehemann spielt der junge Kim Moo-yeol, der in Dramen wie „Ilchimae“ reüssierte, aber auch schon auf der Leinwand, etwa in „The Scam“ (2009) zu sehen war.

Alles in Allem ein sehenswerter Historienfilm mit zahlreichen spektakulären Actionszenen, die handwerklich sehr gut gemacht worden sind. Der Cast passt zu den Rollen und die Ausstattung ist hervorragend und historisch überaus genau ausgefallen. Zwei Stunden Kino, die man auf keinen Fall bereuen wird.
Ausgezeichnet mit dem Blue Dragon Award 2011 für Best Technical für die Action.

(Herzlichen Dank an splendid film für die Überlassung der Rezensions-DVD!)

Letztes Update ( Tuesday, 08 May 2012 )