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Geschrieben von Sascha Klie   
Monday, 27 August 2012

OT: Ha-wool-ling ÇϿ︵

Land: Südkorea 2012

Regie: YOO Ha

Drehbuch: PARK Gok-ji, nach einem Roman von Asa Nonami

Darsteller: SONG Kang-ho, LEE Na-young, SIN Jeong-geun, LEE Sung-min, LIM Hyeon-seong, JEONG Jin

Musik: KIM Jun-seok
Länge: 114 Min.
Ton: Dolby Digital 5.1
Sprachen: Koreanisch, Deutsch
Untertitel: Deutsch, Niederländisch
Bildformat: 16:9 anamorph (2.35 : 1)
Extras: keine
Synchronisation und Untertitel: Die Synchronisation ist gut gelungen. Die koreanischen Eigennamen werden korrekt ausgesprochen. Zwar weichen Text und Untertitel oftmals erheblich ab („Auf Wiedersehen“ wird zu „ich mach‘ Feierabend“, ein Schachspiel wird zur Go-Partie, etc.), entstellt aber den Sinn nicht. Auch das Duzen und Siezen wird nicht richtig unterschieden.

FSK: ab 16 Jahren
Vertrieb: Splendid film in der Amasia-Reihe auf DVD und Blu-ray

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Detective JO Sang-gil ist ein desillusionierter Cop, der bei der letzten Beförderungswelle übergangen worden ist. Als er bei einem Fall auch noch eine weibliche Beamtin an die Seite gestellt wird, ist seine Laune gänzlich dahin. Dabei will Cha Eun-yeong keineswegs nur Sekretärinnenaufgaben erledigen. Doch die machohafte Einstellung der Kollegen im Revier machen es ihr ungemein schwer. Auf dem Tisch des Gerichtsmediziners liegt eine verkohlte Leiche, die in einem Auto bis zur Unkenntlichkeit verbrannte. Zunächst wird Selbstmord vermutet, doch es gibt keinen Abschiedsbrief oder eine Vermisstenanzeige, dafür auf dem Chip in seinem Handy eine heimlich gedrehte Sexszene. Rätsel gibt den Ermittlern eine Bisswunde auf, die von einem Hund oder Wolf stammt. Wenige Tage später stirbt eine weitere Person, diesmal durch eine Bissattacke direkt an der Gurgel.
Das Team glaubt, dass ein tollwütiger Wolf aus einem Tierpark ausgebrochen sei, doch kein Tier wird vermisst.
Als die Identität des ersten Opfers feststeht, eröffnet sich plötzlich der Blick auf einen Porno-Ring, der bis in hohe Kreise seine Wellen zieht.
Eun-yeong, die sich mittlerweile als wirklich hilfreich erweist, hat die entscheidende Idee, wie man auf die Spur des ‚Wolfhundes‘ kommt. Nach und nach welchseln die Sympathien vom Jäger zum Gejagdten.

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Kommentar: Geschickt inszenierter Thriller mit unerwarteter Wendung. Während man an ein seelenloses Monster denkt, das wahllos arme Zeitgenossen zu Tode beisst, entpuppt sich das Mischwesen als tiergewordener Arm der Gerechtigkeit, der gezielt Rache an unüberführten Verbrechern nimmt. Hinzu kommt ein Schuß Humor und sozialkritische Seitenhiebe auf die Gesellschaft. Die schnoddrige Präsenz eines Song Kang-ho, der -wie immer- alles Können in die Waagschale legt, passt glänzend auf die Rolle des völlig desillusionierten Detectives, der nur seine Karriere im Blick hat. Sein Pendant ist die junge, smarte, wenn auch manchmal etwas tollpatschige Eun-yeong, verkörpert von Lee Na-young.
Song Kang-ho gehört seit über einem Jahrzehnt zur absoluten Topriege der koreanischen Schauspielerschaft. In zahlreichen Rollen spielt er auch immer wieder gebrochene oder schwierige Charaktere. Sein Talent ist herausragend und führt ihn mal in die Antarktis oder auf einem Motorrad in die Mandschurei. Er brilliert als Catcher wie als Kommisar oder Vampirpriester, wobei er auch körperlich oftmals an seine Grenzen geht. Der gebürtige Busaner kämpft mal gegen Monster, mal gegen seine innere Zerrissenheit, wobei eine Prise Humor oft dabei mitschwingt.
Hier gibt er den Macho, der zunächst die neue Kollegin als Zumutung versteht und sie loswerden will. Beim Job interessiert ihn nur die Karriereleiter, so hält er auch schon mal Ermittlungsergebnisse zurück. Er ist ein Einzelgänger und im Grunde teamunfähig.
Seine ambitionierte Kollegin spielt Lee Na-young, die durch die Dramaserie Kaist (2000) bekannt wurde. Im TV wie im Kino präsent, erlebte man sie in Filmen wie „Who are you?“ (2002) oder Komödien wie „Please teach me English“ (2003), aber auch in Kim Ki-duks Fabel „Dream“ (2008).
Regisseur Yoo Ha (Jahrgang 1963) machte sich zunächst als Schriftsteller und Dichter einen Namen, bevor er über das Drehbuchschreiben zum Regiesessel kam. Nach einer Verfilmung eines seiner Gedichtbände 1993, drehte er 2001 „Marriage is a crazy thing“ mit Kam Woo-seong und Uhm Jung-hwa. Ins Jahr 1978 zurück versetzte es sein Publikum mit dem Highschool-Drama „Once Upon a Time in Highschool“ (2004). Zwei Jahre drauf folgte der film noir „A Dirty Carnival“um einen Gangster, der meisterlich von Jo In-seong verkörpert wurde. Ihn machte Yoo auch in seinem letzten Film zur Hauptperson, als er in dem Historiendrama „A Frozen Flower“ den König von Goryeo sich in seinen Gardekommandanten verlieben ließ. 2008 schlug dieser Film in der Kritik hohe Wellen.

Mit „Howling“ beleuchtet Regisseur Yoo Ha eine neue Faszette im Krimi-Genre. Aus einem „who-done-it?“- wird ein „why-did-he-do-it?“-Film. Der Sympathiewechsel ist gekonnt inszeniert und fabelhaft gefilmt.
Dieser Film wird Freunden des anspruchsvollen Kriminalfilms sicherlich gefallen.

(Vielen Dank an splendid film für die Überlassung der Besprechungs-DVD!)

Letztes Update ( Sunday, 24 March 2013 )