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Berlinale Nachlese 2015 PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Sascha Klie   
Sunday, 15 February 2015

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Am gestrigen Samstagabend wurden in Berlin zum Ende der 65. Berlinale traditionell die Preise der verschiedenen Jurys vergeben. Der Ehrenbär war bereits unter der Woche an Wim Wenders überreicht worden. Die internationale Jury unter Vorsitz von Darren Aronofsky vergab den Golden Bären an den Iranischen Film „Taxi“ von Jafar Panahi, der trotz 20-jährigem Berufsverbot diesen Film unter erschwerten Bedingungen ins Ausland schmuggeln konnte. Die besten Schauspieler waren Charlotte Rampling und Tom Courtenay, die beiden Protagonisten im Film „45 Years“.

Aus koreanischer Sicht war nicht nur die Beteiligung von Regisseur Bong Joon-ho, der zuletzt mit Snowpiercer international für Furore sorgte, bemerkenswert, sondern der Goldene Bär für den besten Kurzfilm „Hosanna“ an Na Young-kil. In dem 25-minütigen Film mit Ji Hye-chan und Park Ji-hwan kann ein Junge Tote zurück ins Leben bringen. In seiner kurzen Dankesrede wurden die religiöse Sichtweise des Regisseurs sichtbar.

 

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Unter den 19 Filmen im Wettbewerb befand sich kein koreanischer, so blieben dem Film „End of Winter“ (Cheol won gi haeng) das Erstlingswerk von Kim Dae-hwan, wo ein pensionierter Lehrer seine Familie mit der Ankündigung der Scheidung überfordert, ein Platz im Bereich ‚Forum‘ vorbehalten.  Der Dokumentarfilm „An omnivorous Familiy’s Dilemma“ beleuchtet die Unkenntnis der Großstädter wo ihre Lebensmittel eigentlich herkommen und läßt eine Familie die Nahrungskette zurückverfolgen. Herausragend fand ich den Beitrag von JK Youn „Ode to my Father“ (Gukje Shijang), wo zum ersten Mal  die Thematik der Auswanderarbeiter in Deutschland, die in den 60er Jahren als Bergmann oder Krankenschwester angeworben waren, problematisiert und thematisiert wird. Er war in der Sektion ‚Panorama Special‘ zu sehen und hätte ebenfalls einen Preis verdient gehabt.