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Ausgehen und Nachtleben PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Sascha Klie   
Wednesday, 05 April 2006
In Korea ist es üblich im Restaurant oder Stehimbiß zu essen. An jeder Ecke gibt es Buden oder Zelte (pojang-macha), wo man einfache und schnelle Gerichte verzehren kann. Meist trinkt man eine kleine Flasche traditionellen Reisschnaps, Soju, dazu oder ein Bier. Reiswein (makkolli) in Flaschen oder im Tonkrug als Dongdongju serviert sind eher traditionelle Getränke.
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Dongdongju im Keramiktopf mit Schöpfkelle.


Imbiss in einem Zeltrestaurant (pojang-macha). Szene aus "Love in Magic" (2005).

Oftmals ergibt es sich, dass nach Feierabend die ganze Belegschaft mit dem Chef zum Trinken (hoe shik) ins Noraebang geht. Das „Gesangshaus“, hierzulande besser bekannt als Karaokebar. Hier gibt jeder seinen Lieblingssong zum Besten, begleitet von den anderen durch Mitsingen, -klatschen oder Tambourin-schlagen.


Ein Ständchen im Noraebang. Szene aus "You are my Sunshine!" (2005).


Szene aus "A Bold Family" (2005).
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Szene aus "The Worst Guy Ever" (2007). 
Getrunken wird schnell und oft auf Ex („one shot“). Auch sog. 'U-boot-Trinken' (Schnapsglas ins Bierglas) ist verbreitet (poktan-ju). Oft wird sehr viel oder auch über den Durst getrunken. Es gilt als unhöflich einen angebotenen oder eingeschenkten Drink abzulehnen.
Die Etikette gibt vor, dass man ein Getränk angeboten bekommt, man dann sein Glas hinhält und trinkt. Danach sogleich seinerseits dem anderen oft auch dasselbe Glas überreicht und seinerseits einen einschenkt.
In gewissen Häusern gibt es auch Animierdamen vom Personal, die in einer Runde Herren das Einschenken übernehmen, diese Hostessen oder Gesellschafterinnen sind seit alters her als Kisaeng bekannt (in Japan Geisha genannt). Sie singen und unterhalten die Männerrunde mit geistreichen Geschichten [sexuelle Implikationen nicht ausgeschlossen].
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Gegenseitiges Einschenken. Szene aus "The Moonlight of Seoul" (2008).
Nach ausgelassenem Alkoholgenuß ruft man ein Taxi oder den mobilen Nach-Hause-Fahrservice an, der einem in seinem eigenen Auto Heim fährt. Sollte es nicht mehr möglich sein heil nach Hause zu kommen, so stehen viele einfache Hotels der unterschiedlichsten Preiskategorien zur Verfügung. Geschlafen wird oftmals traditionell auf dem beheizten Boden auf einer Schlafmatte mit Kissen und Decke oder im westlichen Stil im Bett.
Beim Betreten eines Hotelzimmers, wie auch bei einer Wohnung gehört es sich die Schuhe auszuziehen, um den Wohnbereich nicht zu beschmutzen.

Während auf dem Land das Nachtleben eher bescheiden ist, gibt es in den Städten zum Teil Vergnügungsviertel mit Diskotheken und Tanzlokalen. Auch wird in den Kneipen (Hop, eigentlich Hof als Kurzform von Hofbräuhaus) oft Livemusik geboten.

Prostitution ist in Korea per Gesetz verboten, aber es gibt Hotels, die bei der Vermittlung weiblicher Begleitung behilflich sind. Bei Motels auf dem Land, die manchesmal für ein Schäferstündchen nur stundenweise vermietet werden (Love Hotels), stellen eifrige Hotelpagen (joba) Sichtblenden vor die Nummernschilder, um das Incognito zu wahren. In den Städten preisen unverholen "Massage-Salons", "Room-Salons" oder "Barber-Shops" ihre zweideutigen Dienste an.
NB: Ehebruch ist in Südkorea noch immer ein Straftatbestand, der mit Gefängnis bestraft werden kann. 

Mit dem Thema Prostitution setzen sich vor allem die Filme von Kim Ki-duk auseinander:

Crocodile (1996)
Birdcage Inn (1998)
Samaria (2004)

aber auch:
Ticket (1986)
Black Republic (1990)
Chang (1997)
The Chaser (2008)
The Moonlight of Seoul (2008) 
July 32nd (2010)
Letztes Update ( Thursday, 01 December 2011 )