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Strafen und Schläge PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Sascha Klie   
Tuesday, 11 July 2006
*Vorab bin ich selbstverständlich gegen jedwede Form von Gewalt und Schlägen gegen jedermann, aber in koreanischen Filme wird es immer wieder problematisiert sowie dargestellt und so sollten die spezifischen Eigenheiten sollten hier kurz beschrieben werden.

Unter Freunden oder Spielkameraden wird desöfteren der Verlierer (z.B. bei 'Stein, Schere, Papier' oder bei 'Go-Stop') mit Schlägen auf die Unterseite des Unterarms bestraft (shim pae dderigi). Der Sieger oder die Gewinnergruppe darf dann mit Zeige- und Mittelfinger mehrfach den Unterlegenen schlagen.
 
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Szene aus "The Worst Guy Ever" (2007)
 
Wird in der Familie ein Kind bestraft gibt es neben der Backpfeife auch die Bestrafung (bol) mit einem Rohrstock (hoe-jari), vornehmlich auf die entblößten Waden (jong-ari) oder die Fußsohlen. Historische Aufnahmen zeigen, daß dies eine lang schon praktizierte Art der körperlichen Züchtigung ist. Auch Kopftreffer mit einem Löffel beim Essen fielen mir auf.

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Die Mutter züchtigt ihren Sohn mittels 'jong-ari' ("When I Turned Nine", 2004)

In der Schule gibt es auch Gewalt gegen Schüler [selbst viele meiner Freunde können davon noch berichten]. So entspricht das auf den Knien sitzen mit erhobenen Händen in etwa unserem In-der-Ecke-stehen. Schläge auf die Fußsohlen oder auf den Podex mit einem Vierkantholz werden auch in Filmen gezeigt (z.B. "Our twisted hero", 1992).
Weit verbreitet ist auch eine Art Liegestützposition jedoch ohne Hilfe der Hände, die man auf den Rücken zu nehmen hat, lediglich Füße und die Stirn berühren den Boden. Es ist eher ein „Kopfstütz“ (mori baggi). siehe z.B. „Attack The Gas Station!“(1999).
Bei Polizeiverhören sieht man immer wieder Schläge mit der flachen Hand ins Gesicht oder Kopfnüsse, aber auch Tritte.

Szene aus "When I Turned Nine" (2004)

Szene aus "My Girl And I" (2005)
 
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Szene aus "Let's Play Dharma" (2001) 
 

Szene aus "My Boss, My Teacher" (2005)


Szene aus "Hot for Teacher" (2006)
Bei Filmen mit historischen Themen sieht man häufig eine spezielle Foltermethode. Der Delinquent ist auf einen Stuhl (hyeongteul) gebunden, während zwei Folterknechte mit langen Holzstangen unter die Oberschenkel einhaken und somit einen Hebel auf den jeweils anderen Oberschenkel ausüben (juri tilgi). So werden die Beine ausgehebelt und gequetscht und schließlich der Knochen gebrochen. Blendungen oder Unterwasserdrücken werden gezeigt.
Gefangene sieht man mit einem langen hölzernen Brettern, dem Joch (ga) um den Hals. Strafen (hyeongbeol)können aus Auspeitschungen (taehyeong) oder Schlägen (janghyeong) mit Holzstangen bestehen. Todesstrafen (sahyeong) werden zumeist mit dem Strang oder mit dem Schwert vollzogen. Im Film „Blood Rain“ (2005) ist eine Vierteilung zu sehen.

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Gefangene mit Holzjoch (ga / mokkal)

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Öffentliche Bestrafung, um 1900

Bei einem Todesurteil wurde der Name des Verurteilten mit roter Farbe geschrieben, daher bringt es noch heute Unglück einen Namen mit rot zu schreiben und sollte deshalb tunlichst unterlassen werden. Und weil die Aussprache im sinokoreanischen für „vier“ (sa) gleichlautend ist mit dem chinesischen Wort für ‚Tod, Unglück’, versucht man die 4 zu vermeiden. So gibt es oft in Häusern keinen 4. Stock, im Aufzug steht dann oft „1 – 2 – 3 – F – 5...“
Letztes Update ( Friday, 02 May 2008 )