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Geschrieben von Sascha Klie   
Wednesday, 26 July 2006
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Die Nationalflagge Taegukgi

(Süd-)Korea hat einige nationale Symbole, wie die Nationalflagge Taegukgi, die wie kaum eine zweite in der Welt voller philosphischer Zeichen ist.
Am Ende des 19. Jhts., als Korea zur internationalen Öffnung gezwungen wurde, brauchte man eine Nationalflagge, deren Entwurf wahrscheinlich auf Park Young-hyo zurückgeht.
So ist die Grundfarbe Weiss als Friedenssymbol. In der Mitte ein Kreis, der in Art des Fernöstlichen Grundbegriffes Yin und Yang (kor. Um-Yang) in der Mitte durch eine schwungvolle Linie in zwei perfekte Hälften geteilt ist. Die obere rote Seite steht für die aktiven kosmischen Kräfte des Yang, während die untere blaue Seite die rezeptiven kosmischen Kräfte des Yin meint. Wie zwei Gegensatzpaare, die dann doch zusammen ein entsprechendes Ganzes ergeben. Das Prinzip von stängiger Bewegung und Harmonie, welche die unendlichen Sphären charakterisieren.
Umgeben von 4 Strichzeichen, den sog. Trigrammen, die aus dem Chinesischen stammen und Himmelsrichtungen anzeigen können, bedeuten hier die vier Elemente, die sich paarweise gegenüberstehen, wie Himmel [kun] (3 Striche) und Erde [kon] (6 Striche). Feuer [yi] (4 Striche) und schließlich Wasser [kam] (5 Striche).

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NB: Als ‚Eselsbrücke’, wie man die Fahne zu zeichnen hat, erinnert die Mitte an eine rote Abendsonne, die über der Welle des Meeres untergeht. Die Trigramme fangen oben links -an der Fahnenstange sozusagen- mit 3, dann folgt 4 darunter und auf der anderen Seite entsprechend oben 5 und schließlich 6 darunter, also vereinfacht etwa so:

3                                                   5
                    Yin-Yang
4                                                   6
                                                                                                                                                      

Zur Nationalfahne gehört ebenso die Nationalhymne, die Aegukga . Sie wurde von dem koreanischen Komponisten Ahn Ik-tae (1906-65) im Jahre 1935 komponiert und wurde am 15. August 1948 als Nationalhymne eingeführt. Zuvor wurde der Text, der aus dem 19. Jhdt. von Yun Chi-ho stammt, zur Melodie des schottischen Volksliedes „Auld Lang Syne“ gesungen, welches auch heute noch in Korea ein sehr beliebtes Lied ist.

Koreas Nationalhymne Aegukga
Der Text lautet:
Donghae mulgwa Baekdusani mareugo daltorok
haneunimi bouhasa uri nara manse
Namsan wie jeo sonamu cheolgabeul dureundeut
baram seori bulbyeonhameun uri gisangilse
gaeul haneul gonghwalhande nopgo gureum eopsi
balgeun dareun uri gaseum ilpyeondansimilse
i gisanggwa i mameuro chungseongeul dahayeo
goerouna jeulgeouna nara saranghase
mugunghwa samcheolli hwaryeogangsan
Daehan saram Daehaneuro giri bojeonhase


In deutscher Übersetzung:
Bis das Meer ausdörrt und
der Paektusan abgetragen ist
möge Gott Korea schützen.
Wir Koreaner werden immer wachen
über unser Land mit seinen Flüssen
und herrlichen Bergen, auf denen die
Sharonsrose blüht.
Wie die wetterfeste Kiefer auf dem
Namsan, wie die unveränderbare
Stimme des Windes so sei unser
Wesen, fest und unbeugbar.
Wir bleiben treu wie die Unendlichkeit
wie die Reinheit und die Weite des
Herbsthimmels, wie der klare Schein
des Mondes.
Mit diesem Wesen und ergebenem
Herzen wollen wir unser Vaterland
lieben in der Not ebenso wie in
Zeiten des Glücks.


Das Wappen Südkoreas ist kein Wappen in unserem westlichen Sinne, sondern wird unter der Bezeichnung Staatsemblem geführt, wird jedoch wie ein modernes Wappen verwendet. Es zeigt den Taegeuk, den Kreis, der Yin und Yang symbolisiert und der sich auch auf der Flagge befindet. Er liegt auf einer stilisierten goldenen 5-blättrigen Mugunghwa-Blüte. Der Hibiskus ist die nationale Blume Südkoreas. Umgeben ist das Emblem von einem weißen Band, auf dem unten in Weiß auf Blau der Schriftzug des Staatsnamens - ѹα (Daehan Minguk) - geschrieben steht. Das südkoreanische Staatsemblem ist im Jahr 1963 offiziell eingeführt worden.

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Wie schon in der Hymne besungen und im Staatsemblem festgehalten ist die Straucheibischblüte (Hibiscus sinosyriacus oder auch Rose von Sharon), koreanisch Mugunghwa die Nationalblume Koreas. Der gegen Schädlinge besonders widerständige Strauch blüht im Sommer von Juli bis Oktober in verschiedenen Farben, wie rosa, hellblau, violett oder weiss. Die Bedeutung des Wortes Mugung, nämlich Unsterblich verdeutlicht in diesem Sinn die lange koreanische Geschichte, das Durchhaltevermögen und die Entschlossenheit in der Einheit des koreanischen Volkes.

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Die Demokratische Volksrepublik Korea (Nordkorea) verwendet seit ihrer Gründung 1948 eine blau-rot-weiße Fahne, wobei rot für die kommunistische Revolution, blau für die Souveränität des Landes und weiß für die Homogenität des Volkes steht. Die beiden blauen Streifen symbolisieren zudem die das Land begrenzenden beiden Meere im Osten und Westen.

Als symbolische Geste wurde allgemein bewertet, dass bei sportlichen Grossveranstaltungen die Sportteams von Nord- und Südkorea bei den Eröffnungsfeiern gemeinsam ins Stadion einziehen. Als gemeinsame Fahne unter der man dann einzieht ist die "Ein-Land-Fahne" (Hanbangukgi) gewählt worden, sie zeigt auf neutralem weißen Grund die Umrisse der gesamten koreanischen Halbinsel, bzw. die Staatsgebiete beider koreanischer Staaten in hellblauer Farbe.

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Einheitsfahne Hanbangukgi

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Gemeinsamer Einzug bei den Olympischen Spielen in Athen 2004

(aus: Yonhap News)


Ein weiteres Symbol Koreas ist die Darstellung der fünf Berge auf dem sog. Kosmischen Königsstellschirm.

In jedem königlichen Palast der Chosun-Zeit befindet sich (ob fest intsalliert oder als klappbarer Reise-Paravan) hinter dem Herrscherthron stets die folgende Darstellung: Über einem Bergpanorama scheinen Sonne und Mond als Zeichen für das Gegensastzpaar Ying und Yang als kosmisches Prinzip. Zwischen den Gipfeln strömen zwei Flüsse in Wasserfällen ins Meer. Wasser als lebendiges Element mit Erde und Himmel. Die beiden flankierenden Kiefern stehen für langes Leben und Beständigkeit wegen ihres immergrünen Nadelkleides. Im Taoismus ist die Gipfelwelt der Sitz des Unsterblichen. Das Bild symbolisiert den Herrschaftsanspruch der Monarchie, die Weltordnung und die Langlebigkeit der Yi-Dynastie. Die fünf Berge stellen die als heilig verehrten fünf höchsten Berge Koreas (chinsan) dar. Die Berge im Rücken, kann dem damals noch völlig abgeschlossenen Reich und seinem König nichts geschehen.

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Thronsaal im Kyongbok-Palast in Seoul mit König und Kosmischer Berglandschaft.


Das thronende Königspaar vor der 'Kosmischen Berglandschaft'. Szene aus "King and the Clown" (2005).
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Banquett vor dem Dreiberge-Hintergrung. Szene aud "Yi San" (2008). 
Goodmorning
'Präsident Kim' posiert vor den Symbolen der präsidialen Macht im Amtssitz 'Blue House'.
Standbild für "Good Morning President" (2009).
Letztes Update ( Monday, 05 April 2010 )