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Koreaner in Deutschland PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Sascha Klie   
Wednesday, 31 January 2007
Isang YUN

Der gefeierte Komponist wurde 1917 in Chungmu geboren, studierte Musik in Tokio. Als koreanischer Unabhängigkeitskämpfer im 2. Weltkrieg gefangen genommen und inhaftiert. Nach Lehrtätigkeit in Busan und Seoul reiste er nach Paris und Berlin, wo er seit 1964 seßhaft wurde. Durch Besuche in Nordkorea wurde er als Spion verdächtigt und in einer spektakulären Entführung 1967 nach Seoul auf internationalen Druck hin wieder freigelassen und exiliert. Mehrfach ausgezeichnet war sein Anliegen Musiker aus beiden Koreas zusammen zu bringen. Neben Opern und Sinfonien bilden Choräle und Kammermusiken die Hauptwerke Yuns. Charakteristisch für seine Musik ist die Synthese von westlicher Musik mit Elementen asiatischer traditioneller Musik. Er starb am 3. Nov. 1995 in Berlin.

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Mirok LI

Eigentlich LI Eui-kyung. Der in ärmlichen Verhältnissen aufgewachsene, 1899 geborene, Schriftsteller, wurde nach Besuch der Dorfschule bereits mit 11 Jahren verheiratet. Ihm gelang nach mühevollem Studium der Besuch der Universität, wo er ein Medizinstudium ablegte. 1919 nahm er an den Protestaktionen gegen die japanische Kolonialherrschaft teil und partizipierte bei der provisorischen Exilregierung in Shanghai. Doch sein Ziel war Deutschland, wo er 1920 ankam. Zunächst in Würzburg und Heidelberg, schließlich in München studierte er Naturwissenschaften und Medizin. Ab 1931 veröffentlichte er kleiner Texte. Schalgartig berühmt wurde er durch seinen autobiographischen Roman „Der Yalu fließt“ von 1946, den er unter seinem Pseudonym Mirok Li veröffentlichte. 1950 starb er bei München, wo er am Ostasiatischen Institut der Universität als Lektor arbeitete.

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Foto: korea heute 12-2000 
2008 wurde sein Leben mit dem TV-Dreiteiler "Der Yalu fließt" in einer kor.-dt. Koproduktion verfilmt. 

20.000 Gastarbeiter

Als in der Mitte der 1960er Jahre Arbeitsplätze im Ausland angeworben wurden, folgten auch ca. 20 Tausend Südkoreaner dem Ruf aus Deutschland. Gastarbeiter, besonders im Bergbau und Krankenschwestern kamen zumeist. Viele blieben in Deutschland, gründeten eine Familie. Die Nachkommen der zweiten Generation (kyopos genannt) haben zum Teil mit Identitätsproblemen zu kämpfen.

Nam June PAIK

1932 in Seoul geborener Pionier der Videokunst. Der im Koreakrieg nach Tokio geflohene Sohn eines Stahlunternehmers, studierte dort Kunst und Musik. Später setzte er sein Studium in München fort, wo er auf Karlheinz Stockhausen aufmerksam wurde. Mitstreiter von Joseph Beuys in der Aktionskunstgruppe Fluxus. Multimonitor-Skulpturen, Videoinstallationen und die Gestaltung von Events (bis hin zur Eröffnungsfeier der 1988 Olympischen Spiele und den 2002 FIFA-Weltcup-Spielen in Seoul) waren seine Spezialität. Teilnahme an der ‘documenta’ und ‘Skulptur 1997’ in Kassel, bzw. Münster.  Ein Schlaganfall fesselte ihn in seinen letzten Lebensjahren an den Rollstuhl. Am 29. Januar 2006 starb er in Miami.

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"The more the better", Seoul

http://www.paikstudios.com
http://www.lwl.org/skulptur-projekte-download/muenster/97/paik/index.htm

Bum Kun CHA

Cha war in den 1970er Jahren der erste Asiate in der deutschen Bundesliga. Nicht nur in Frankfurt, wo er für die Eintracht traf, sondern auch in Leverkusen ist er längst eine Legende. 10 Jahre lang, von 1979-89, schoß Koreas jüngster Nationalspieler in Deutschland seine Tore. In 122 Spielen erzielte er 46 Treffer. Neben dem DFB-Pokal holte er auch den UEFA-Cup. Koreas populärster Sportler war auch Nationaltrainer seiner Heimat und ist nun Chef-Trainer in Suwon. Besonders für den Jugendnachwuchs setzt er sich in vielerlei Förderprogrammen und Akademien ein.

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Foto: wikipedia

CHA Du-ri

Der 1980 in Frankfurt/Main geborene Sohn der Fussballlegende Bum Kun Cha, versteht es aus dem Schatten des Vaters herauszutreten. Nach ersten Lehrjahren in Bielefeld und in Korea kam er nach Deutschland zurück. Den drei Jahren bei Eintracht Frankfurt folgte der Wechsel zum FSV Mainz 05 im Sommer 2006. Auch in der Nationalmannschaft Koreas wurde auch bei der WM im eigenen Land auf ihn gesetzt. Nach einem Abstecher in die 2. Bundesliga beim TUS Koblenz, spielt er seit Beginn der Saison 2009/2010 für den FC Freiburg wieder erstklassig. Zur Zeit ist er bei Celtic Glasgow unter Vertrag.

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Foto: korea heute 08-02

YOON Kyung Shin

Der 1973 geborene Yoon ist einer der weltbesten Handballspieler. Nach über 10  Jahren beim VfL Gummersbach, wirft er nun für den HSV Hamburg. Sieben mal war er, den seine Mitspieler ‘Nick’ nennen (weil er anfangs kein Deutsch verstand und angesprochen stets nickte), bester Torwerfer der Bundesliga. Mit seinen 2,04 m überragt er viele seiner Gegner und überlistet mit ausgefeilter Wurftechnik die gegnerischen Torhüter. Aber auch in Korea weiss man um seine Verdienste, so war er bereits 1990 jüngstes Mitglied der Nationalmannschaft. 2001 wurde er zum Welthandballspieler gewählt. Er ist verheiratet und hat einen Sohn. Er sieht auch besonders in der Jugendarbeit ein wichtiges  Standbein für erfolgreiche Nachwuchsförderung. Seit dem 21. 3. 2007 ist er mit 2662 Treffern in 365 Spielen seit 1996 der Rekord-Torschützenkönig der Handball-Bundesliga!

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Foto: ndr

AHN Jung-hwan

Nur ein halbes Jahr währte der Einsatz beim Abstiegskandidaten MSV Duisburg in der ersten Bundesliga, der in der Winterpause 2006 vom FC Metz an den Rhein kam. Der koreanische Superstar und Held der WM 2002 in Korea/Japan konnte den Abstieg freilich nicht verhindern. Nun spielt er wieder in Korea, bei den Samsung Blue Wings in Suwon unter Trainer Bum Kun CHA.

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Ahn mit seinem MSV-Trikot 
LEE  Young-pyo
Nach dem Weggang des Brasilianers Dede gelang es Borussia Dortmung die Lücke mit dem südkoreanischen Nationalspieler Lee Young-pyo (fast 100 Länderspiele) zu schließen. Der beidfüßige Abwehrchef kam vom britischen Premier Leagisten Tottenham Hotspur, für den er drei Jahre gespielt hatte. Davor war er bereits 3 Jahre für den PSV Eindhoven erfolgreich. Der BVB verpflichtete Lee, 1977 geboren, zunächst bis zum Ende der Spielzeit 2008/2009.
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Lee mit Trainer Jürgen Klopp
Quelle: www.bvb.de 
LEE Hee Wan

Der 1956 in Seoul geborene Volleyballer spielte ab 1981 in Deutschland, zunächst in Paderborn, später in Bonn und Leverkusen. Mehrfacher deutscher Meister und Pokalsieger, 1985 Volleyballer des Jahres. Kapitän der koreanischen Nationalmannschaft. Von 1999 bis 2006 Frauen-Nationaltrainer der deutschen Volleyballerinnen mit guten Plazierungen bei den Europameisterschaften und Olympischen Spielen für den DVV. Spitzname ‘Neun Buchstaben – 10 Finger’ oder auch der ‘Karajan des Volleyballs’. Er starb im Mai 2011 an Krebs.

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Foto: ard


Ill-Young KIM

1973 in Köln geborenes Multi-Talent. Filmemacher und Schauspieler, sowie Musiker, der am Computer seine Clubmusik zusammenstellt. Von April 2001 bis Januar 2003 moderierte er als VJ beim Musiksender VIVA die Sendung “Electronic Beats”. Mehrere Auftritte in Fernseh- und Kinofilmen. Bemerkenswerte Rolle eines nach Identität suchenden Koreaners, der sich als “Nicht Fisch, nicht Fleisch” (2001) sieht. Eine intensive Auseinandersetzung der in der zweiten Generation lebenden ‘kyopos’ mit ihrer Rolle in der Gesellschaft.

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Sohyi KIM

Seit etlichen Jahren ist die quirlige Meisterköchin aus der boomenden Kochszene nicht mehr wegzudenken. Standbeine sind die beiden Restaurants in Wien und ihr Shop, wo ihre auflagenreichen Kochbücher vertrieben werden, die u.a. mit dem Gourmand World Cookbook Award 2004 für das weltbeste asiatische Kochbuch ausgezeichnet wurden. Außerdem ist sie mit ihrer Kochsendung „Kim kocht“ und auch beim „Kochüberfall“ mit Thorsten Schorn im deutschen Fernsehen präsent. Neben regionalen Spezialitäten kocht sie viel vegetarische Gerichte mit koreanischem Hintergrund ebenso wie Sushi-Variationen. Kochen gelernt hat die 1965 in Busan geborene Kim bei ihrer japanischen Mutter.

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Foto: homepage http://www.kimkocht.at


Moon Suk KANG

Mit einem fröhlichen “Annyong” beginnt Moon Suk regelmäßig ihre Streifzüge durch Deutschland und nimmt sich Sitten und Gebräuche vor, die sie mit einem herzlichen Lachen hinterfrägt und aus ihrer asiatischen Sichtweise darstellt. Seit 15 Jahren lebt die Sopranistin und Autorin in Berlin. Ihre visuelle Kolumne gibt es seit einigen Jahren im ZDF-Morgenmagazin zu sehen.

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Foto: 2DF

Prof. Dr. SONG Du-jul

Als Sohn koreanischer Eltern 1944 in Tokio geboren, studierte er an der renomierten Seoul National University Philosophie. Bei Jürgen Habermas promovierte er an der Uni Frankfurt über die Asien-Auffassung bei Hegel und Max Weber. Nach der Habilitation wurde er 1982 Professor für Soziologie an der Uni Münster. Lehraufträge führten ihn auch nach Berlin, Heidelberg und Stockholm. Da er sich in den 1960er Jahren gegen die Militärherrschaft in Südkorea wendete und sich bei mehreren Besuchen in Nordkorea für die Annäherung der beiden Staaten einsetzte, wurde er in Südkorea kritisch betrachtet. Als der seit 1993 deutsche Staatsbürger nach 37 Jahren Exil auf Einladung zur Verleihung einer Ehrendoktorwürde 2003 wieder in Südkorea einreiste, wurde er verhaftet und wegen Spionage, bzw. Verstoßes gegen das Nationale Sicherheitsgesetzes angeklagt. Massiver internationaler Protest erwirkte schließlich die Freilassung des renomierten Soziologen.

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Prof. Song bei einem Vortrag in Münster
Der Dokumentarfilm "The Border City 2" (2009) von Hong Hyung-sook hat den Fall thematisiert.

 

CHO Ji-in

 

Die charismatische Frontfrau der aus Aachen stammenden Metal-Band Krypteria besticht durch ihre voluminöse Stimme wie ihre wandlungsfähige Bühnenpräsenz. Ihr Song "Liberatio" wurde die Hymne der Katastrophenbilder vom Asien-Tsunami 2004. Der Verzicht auf Tantiemen brachte 11 Mio. Euro in die Spendenkasse zu gunsten der Opfer. Es folgten ausgedehnte Tourneen rund um die Welt. Die in Köln ausgebildete Gesangskünstlerin ist koreanischer Abstammung.

 

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Krypteria mit Cho Ji-in beim Auftritt in Wacken 2008

Letztes Update ( Tuesday, 31 May 2011 )