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Nowhere To Hide PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Sascha Klie   
Friday, 28 September 2007
NEU AUF DVD * NEU AUF DVD *

NOWHERE TO HIDE

OT: 인정사정 볼 것 없다 (Injong sajong bolgeot eobda)
Land: Südkorea 1999
Drehbuch und Regie: LEE Myeong-se
Darsteller: PARK Joong-hoon, JANG Dong-gun, AHN Sung-ki, PARK Sang-myun, CHOI Ji-woo, LEE Hae-eun
Länge: 97 Min.
Ton: Dolby Digital 5.1
Sprachen: koreanisch / deutsch
Untertitel: deutsch
Bildformat: 1,85 : 1 (16:9)
Extras: Bonus-Disc (ca. 150 Min.)
Synchronisation und Untertitel: Die Synchronisation geht im Ganzen in Ordnung, wenn auch manchmal etwas abweichend. [Nebenbemerkung: Bitte, liebe Synchronsprecher! Die Hauptstadt von Südkorea schreibt sich zwar Seoul, wird aber nicht ‘Sä-uhl’, sondern eher wie Englisch ‘soul’ ausgesprochen!!!! Denn im Koreanischen gibt es zwei Buchstaben für ‘o’ (stimmloses und stimmhaftes), welches in der Umschrift als ‘eo’, bzw. ‘o’ geschrieben wird].
FSK: ab 16 Jahren
Vertrieb: Rapid Eye Movies


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Die Chronologie einer Verfolgung vom Herbst bis zum Winter. Der Mörderer Chang Sung-min wird von einem Team der Polizei verfolgt. Die furchtlosen Cops nehmen kein Blatt vor den Mund und beim Verhör geht es schon einmal handgreiflich zu. Die Detectives Woo und Kim leben für ihren Job und halten immer wieder tollkühn ihre Knochen hin. Immer wieder schlüpft der Täter ihnen durch die Maschen. Mit Verkleidungen und ständig wechselnden Identitäten führt er die Ermittler an der Nase herum. Doch am Ende gibt es keinen Ort zum Verstecken mehr.


Optisch wird eine selten gesehene, fast romantische Szenerie kreiert, die dann durch Spuren von Gewalt empfindlich gestört wird. Anfängliche Schwarz-weiß-Szenen leiten in einer Farbsequenz zum eigentlichen Handlungsstrang über. Neben drastischen Musikstilwechsel, die den optischen Effekten zum Teil kontraproduktiv gegenüber steht, lassen die Mängel des Drehbuchs und des Endschnitts kein wirkliches Meisterwerk entstehen. Teils Schattenspiel, teils Tangotanz werden Kampfsequenzen losgelöst und verfremdet. Sicherlich ein Anstoß für viele (teils bessere) Nachahmer.  

‚Nowhere To Hide’ ist dennoch schon längst zum Klassiker avanciert. Neben ‚Attack The Gas Station!’ und ‚Swiri’ (beide auch 1999) Wegbereiter des Neuen Koreanischen Filmbooms. Die Szene auf den 40 Stufen und der Showdown im Dauerregen wurden mehrfach zitiert und auch persifliert (z.B. in ‚Funny Movie’, 2002). Als Bester Film wurde er 1999 mit dem Blue Dragon Filmpreis ausgezeichnet. An den Kinokassen landete er mit rund 700.000 Zuschauern auf Platz vier innerhalb der koreanischen Konkurrenz.
Die erste Garde der koreanischen Schauspieler stehen hier vor der Kamera: Jang Dong-gun spielte u.a. unter Kim Ki-duk in ‚Coast Guard’ (2002) und an der Seite von Won Bin im erfolgreichsten Film 2004 ‚Taegukgi-Brotherhood of War’, zuletzt in der chinesischen Co-Produktion ‚Wuji’. Park Joong-hoon und Ahn Sung-ki standen schon vor 20 Jahren zusammen vor der Kamera als Fassadenmaler in ‚Chilsu and Mansu’ (1988), für ihre Zusammenarbeit in ‚Radiostar’ (2006) teilten sich beide den Preis als Beste Schauspieler bei den Blue Dragons Awards (wie schon 1994 für ‚Two Cops’).
Regisseur Lee Myeong-se (Jg. 1957) legt hier seinen siebten Film vor, nach dem er sich dann bis zu seinem Film ‚Duelist’ (2005) in eine schöpferische Pause zurückzog.

Fazit: Ein wichtiger Film für das Koreanische Neue Kino. Wenn auch schon einige Jahre alt, ist dieser Film ein Schlüssel für das Verständnis des Wunders vom Hanfluß. Schön, dass dieser Film den Weg nach Deutschland gefunden hat. Mit einigen Abstrichen ein filmisch gut gemachter Thriller in Anime-Optik und reichlich Martial-Arts-Szenen.


(Dank an rapid eye movies für die Rezensions-DVD)
Letztes Update ( Thursday, 17 January 2008 )