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Manwha PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Sascha Klie   
Thursday, 10 January 2008

 

Comics aus Fernost erfreuen sich auch hierzulande immer größerer Begeisterung. Was man im Japanischen als Manga bezeichnet, nennt sich in Korea Manhwa (oder auch Manwha geschrieben).

 

Inspiriert von buddhistischen Holzschnitten des Mittelalters und Genrezeichnungen eines Kim Hong-do des 18. Jhdts. wurden die ersten comicartigen Zeichnungen Anfang des 20. Jhdts. in Koreanischen Tageszeitungen wie der ‚Daehan Minbo‘ veröffentlicht.

Weil auch oft aktuelle Themen satirisch angesprochen wurden, verboten die japanischen Kolonialherren deren Veröffentlichung in den 20er Jahren wieder.

Nach dem Koreakrieg erschienen zunächst Manhwas für Kinder, die erzieherische Aufgaben wahrnahmen. Auch unter der Militärregierung waren kritische Töne unerwünscht, so wurden historische Themen bevorzugt. Auch wenn der Austausch mit japanischen Mangas offiziell verboten war, wurden die koreanischen Zeichner immer mehr von dem drastischen und expressiven Stil der japanischen Vorbilder angeregt.

Nach dem Ende der Militärherrschaft in Südkorea erfuhr auch die Manhwa-Kultur eine ungeahnte Blüte. Der Boom der ostasiatischen Comics hat den Weg nach Europa und in die USA gefunden.

Im Unterschied zu den von ‚hinten‘ gelesenen japanischen Mangas werden Manhwas wie im Westen üblich von links nach rechts gelesen.

Wie auch immer wieder auf der größten Buchschau der Welt, der Frankfurter Buchmesse zu vermerken ist, erfreut sich die ostaiatische Comicszene stets steigender Popularität.

In Korea gibt es spezielle Buchläden, wo man in entspannter Atmosphäre Comichefte lesen kann und hinterher an der Kasse lediglich die Anzahl der gelesenen Bücher für ein kleines Entgelt angibt. Diese Manwhabangs kommen immer wieder in koreanischen Filmen vor. Nicht nur Schüler lesen die Comics im Schulbus, auch sieht man immer mehr Leute in den U-bahnen Manhwas konsumieren. 2001 betrug der Anteil an Manwhas an allen koreanischen Druckerzeugnissen bereits 36 %. Das spricht Bände!

 

Natürlich ist der Weg vom Comic zum animierten Film, dem Anime nicht weit. Hier sind japanische Serien sicherlich marktführend, aber auch koreanische Studios haben ihr Renomee, so werden die Zeichnungen für die US-Serie „The Simpsons“ in Korea gemacht.

Immer wieder wurden Manwhas zu Vorlagen für Verfilmungen, zum Teil wurden Drehbücher inspiriert, wie einige Figuren aus einem japanischen Manga für Park Chan-wooks ‚Oldboy‘ (von TSUCHIYA GARON und MINEGISHI NOBUAKI) Verwendung fanden. Aber auch bei den Charakteren für „200 Pound Beauty“, „Antique“ und „Duelist“ standen Vorbilder aus Japan Pate. Koreanische Manwhas lieferten Drehbuchvorlagen für u.a. „Tazza: The High Rollers“, „Dasepo Naughty Girls“ und „Terrorist“. Zuletzt auch bei "Le Grand Chef".

Wie auch bei den japanischen Vorbildern sind Themen wie Horror oder Krimis oftmals ebenso verbreitet wie die Darstellungen von Gewalt und drastischer Erotik.

Historische Themen wurden ebenso verfilmt wie Park Heung-yongs Erfolgsmangas, die "Blades of Blood" (2010) zu Grunde lagen.

 

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Charaktere aus "Le Grand Chef"-Manhwa 

 

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Vorbild-Manwha für "Babo" (2008). 

Letztes Update ( Wednesday, 02 March 2011 )