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A Tale of Two Sisters PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Sascha Klie   
Saturday, 08 March 2008

A TALE OF TWO SISTERS

OT: Janghwa, Hongryeon
Land: S
üdkorea 2003

Drehbuch und Regie: KIM Jee-woon
Darsteller: KIM Kap-su, YUM Jung-ah, LIM Su-jeong, MUN Geun-yeong

Musik: LEE Byung-woo
Länge: 110 Min.
Ton: Dolby Digital 5.1
Sprachen: koreanisch / deutsch
Untertitel: deutsch
Bildformat: 1.85 : 1 (anamorph)
Extras:
1. Hauptfilm
2. Audiokommentar mit Regisseur Kim Jee-Woon und den Hauptdarstellerinnen Yeom Jeong-Ah und Im Soo-Jung
3. Original Trailer
4. Making of A TALE OF TWO SISTERS
a) Bei den Dreharbeiten
b) Produktions Design
c) Die Filmmusik
d) CGI-FX
e) Entstehung des Artworks
5. Interviews mit den Darstellern
6. Deleted Scenes (mit Kommentar)
7. Eine Analyse von Kim Jee-Woon
8. Kim Jee-Woon - Zum Thema Horror
9. Aus der Sicht eines Psychiaters
10. Bildergalerie
11. Hidden Features
a) Ein Brief von Su-Yeon
b) Ein Brief von Su-Mi

Making of...(100 Min.) [Sehr informative Interviews, die der Regisseur zum Teil selbst führt], Bildergalerie und herausgeschnittenes Material, eine Analyse eines Psychiaters und zwei Gespräche mit IM Pil-sung über das Horror-Genre und den Film en detail.


Synchronisation und Untertitel: Die Synchronisation ist nahezu perfekt. Die Klangfarben des Orginals wurden leider nicht beachtet.
FSK: ab 16 Jahren
Vertrieb: e-m-s new media

 

dvd2sis

 


Hand in Hand gehen die beiden Schwestern in die ländliche Villa. Su-yeon und Su-mi stehen sich sehr nah, vor allem in der Ablehnung der neuen Frau des Vaters sind sie sich einig. Der Vater ist verzweifelt, weiß nicht, wie er mit der Situation umgehen soll, so hat er gerade erst Su-mi aus der Psychiartrie abgeholt. Doch es geschehen merkwürdige Vorfälle, die die Anwesenden aufschrecken. Es scheint zu spuken- hat sich ein Geist eingeschlichen? Da macht der Vater Su-mi eine folgenschwere Mitteilung. Ihre Schwester sei tot, obwohl sie gerade neben ihr steht.


Dieser, nach einer halben Dekade bereits, Klassiker des neuen koreanischen Kinos ist ein fantastisches Meisterwerk. Mehrfach ausgezeichnet agieren die Akteure mit eindringlicher Intensität. Die filmischen Einfälle des Regisseurs lassen den Zuseher immer wieder erschaudern. Nie zuvor gelang es eine psychische Fehlleitung so umzusetzen, dass das Krankheitsbild einer Schizophrenie sich in einer anderen Person manifestiert. Mit einem Geist, der sich außerhalb des Körpers, in einer Weise wie es C.G. Jung beschreibt, darstellt. Die Imagination der toten Schwester wird zum Schutzschild für die gequälte Seele. Das Unterbewußtsein von Su-mi bricht sich Bahn bis die Luftblase jäh zum Platzen gebracht wird und sie in ein seelisches Loch fällt.

Vielfach wurde beschrieben, dass das Publikum verwirrt wurde ob der Wendungen im Film, welches aber ein gewollter Effekt war und der Regisseur Szenen, die schon früh auf eine Krankheit hinweisen herausschnitt, um den Zuschauer bewußt hinzuhalten und so den Spannungsbogen aufrecht zu erhalten.

Ein packendes Psycho-Familiendrama wird hier mit den Mitteln eines Horrorfilms in einen neuen Genremix verwoben. Nach Aussage des Regisseurs hat ihn diese neue Sichtweise gereizt und zum Drehbuch motiviert. Neben der schriftlichen Vorlage legte er am Storyboard und auch an den Soundeffekten selbst Hand an. Obwohl oder vielleicht gerade weil dieser Film höchst anspruchsvoll ist, wurde er in Korea und auch in Ostasien zum Kassenerfolg.

Die Beklommenheit des Gothic Sets der Villa, die einsam in einer Herbstlandschaft steht, paßt zur getragenen Leichtigkeit der Musik, die mal in einem Walzer, mal leise Melancholisch die Aktionen der Schauspieler begleitet. Traurigkeit, Schönheit und Schrecken sind die tragenden Elemente der optischen und akustischen Gestaltung.

Der Regisseur Kim Ji-woon (Jg. 1969), der mit „The Quiet Family“ 1998 eine rabenschwarze Komödie vorlegte, die eine Familie zeigt, deren Hotel in den Bergen mit einem Fluch belegt zu sein scheint, bringen sich doch die wenigen Gäste alle selbst um. Zwecks Vermeidung größeren Aufsehens beschließen sie die Leichen zu vergraben. Das geht zunächst gut, bis eines Tages Arbeiter erscheinen, die eine Straße dort bauen wollen. Sein neuestes Projekt ist auch wieder ein Novum, so drehte er soeben Koreas ersten Western, der 2008 in die Kinos kommt.

Die ausgezeichneten Schauspieler, wie der renomierte Kim Kap-su, der bereits in zahlreichen Filmen und Dramaserien brillierte, spielt hier an der Seite von Yum Jung-ah, die bereits seit Mitte der 90er Jahre regelmäßig besetzt wird und sowohl dramatische wie ausdrucksstarke Charaktere beherrscht. Zuletzt war sie in „The Old Garden“ (2007) zu bewundern.

Ihren filmischen Durchbruch feiern hier sicherlich die Darstellerinnen der beiden Schwestern, Lim Su-jeong und Mun Geun-yeong. Lim, die zuletzt an der Seite von Asiens Popstar Rain einen ‚Cyborg‘ spielte und Mun, die fortan als „Little Bride“ oder Tänzerin in „Innocent Steps“ und zuletzt als blindes Mädchen in dem Krimi „Love Me Not“ brillierte.


Die Ankündigung Hollywoods den Plot als Remake zu drehen kann man einmal mehr als Hilferuf werten, dass es in den USA keine interessanten Geschichten mehr geschrieben werden. Die Guard-Brüder haben die Dreharbeiten bereits abgeschlossen, es bleibt abzuwarten, ob es gelugen ist die dichte Atmosphäre des Orginals zu transferieren.



Die Ausstattung mit der zweiten DVD mit umfangreichen Bonus-Material läßt keine Wünsche offen. Ein perfektes Medium, um -wie der Regisseur selbst meint- in einen Dialog mit dem Publikum zu gelangen und die Gedanken hinter dem Film zu offenbaren.


Fazit: Mit diesem lyrischen Horror-Psycho-Drama ist Regisseur Kim Ji-woon der große Wurf gelungen. Er hat künstlerisch etwas völlig Neues geschaffen und führt den Zuschauer in einer mitreißenden Art in ungeahnte menschliche Tiefen hinein. Ein bewegender Film, der zum Diskutieren einlädt und für jeden einzelnen neue Erkenntnisse bereit hält. Ein Meisterwerk durch seine stimmige Machart und Umsetzung der Story. Ein Meilenstein im modernen koreanischen Kino an dem kein Weg vorbeiführt. Diesen Film muß man gesehen haben!


(Dank an e-m-s new media für die Bereitstellung der Presse-DVD)



Letztes Update ( Saturday, 08 March 2008 )