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No Regret auf DVD PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Sascha Klie   
Saturday, 12 July 2008


NO REGRET – IM SCHATTEN DER LIEBE


OT:
후회하지 않아
(Hu-hwae-ha-ji An-ah)
Land: S
üdkorea 2006
Drehbuch und Regie: LEESONG Hee-il
Darsteller: LEE Young-hoon, LEE Han (KIM Nam-gil), CHO Hyun-chul, KIM Dong-wook, JUNG Seung-gil

Musik: LEE Byung-hoon
Länge: 114 Min.
Ton: Dolby Digital 2.0
Sprachen: Koreanisch
Untertitel: Deutsch
Bildformat: 16:9 anamorph (1,85 : 1)
Extras: Trailer, Postershow, Gallerie
Synchronisation und Untertitel: Perfekte Untertitel! Mir fiel kein Fehler auf. Allein bei der Umschrift, mal heißt es Jae-min, mal Chae-min.
FSK: ab 16 Jahren
Vertrieb: Pro-Fun Media

 

Image 

 

 

Su-min wächst auf dem Land in einem Waisenhaus für Jungen auf. Doch mit dem 18. Geburtstag ist es mit dem unbeschwerten Leben vorbei, er muss das Heim verlassen. Der Kontrast in der Großstadt Seoul könnte nicht größer sein. Er arbeitet in einer Chemiefabrik am Band und jobbt nachts noch als Chauffeur betrunkener Leute, die so das Taxi sparen.

Eines Nachts bittet ihn ein Kunde ihn noch bis in die Wohnung zu begleiten, gegen Geld. Doch Su-min lehnt ab. In der Fabrik werden Arbeiter entlassen. Als sich Su-min lauthals beschwert, muss auch er gehen. Im Weggehen erkennt er den Kunden von neulich wieder, es ist der Sohn des Fabrikbesitzers. Der hatte schon nach ihm gesucht.

Nun sucht er einen neuen Job. Ein Freund hat ihm eine Adresse gegeben, doch der Karaoke-Club ist eine angesagte Adresse für schwule Kunden. So versucht er sich als Tellerwäscher in einem Restaurant, doch er wird bald gefeuert. So kehrt er doch wieder in den noblen Gay-Club zurück, dort verdient er gut, wenn er auch fürs Strippen und Sex bezahlt wird. Er macht es allein des Geldes wegen, will baldmöglichst aussteigen und Design studieren.

Eines Abends kommt Jae-min, der Junior-Chef, in den Club. Sie landen schließlich in einem Hotel. Doch Su-min hält ihn für einen reichen Snob, der sich Jungen kauft.

Aber Jae-min läßt Su-min nicht in Ruhe, immer wieder wartet er auf ihn. Er möchte als Mensch geliebt werden, und er liebt Su-min, weil er einzigartig ist. Nach einem Handgemenge in der Bar, bringt er Jae-min zu sich nach Hause. Es wird eine wilde Liebesnacht und ein romantischer nächster Tag am Meer. Das Eis scheint gebrochen.

Doch Jae-min hat es auch nicht leicht, auch wenn seine Mutter weiß, dass er schwul ist, soll er doch heiraten und einen Enkel zeugen, um wenigstens das Familienerbe zu gewährleisten. Eine Verlobte ist schon gefunden, die Mutter hat die Hochzeitseinladungen schon verschickt.

In welcher Beziehung leben sie nun, will Su-min wissen. Jae-min soll Farbe bekennen, doch an der Seite der Verlobten läßt er ihn links liegen.

Su-min ist am Boden zerstört, in seiner Enttäuschung entsteht Wut, die zu einem fatalen Entschluß führt.

 

noregret


Ein bewegender und einprägsamer Film um die Probleme des Schwulseins in der konservativen koreanischen Gesellschaft. Nur heimlich trifft man sich in Bars oder Clubs, nach außen hin wahrt man das Gesicht bis hin zur Scheinehe.

Yun Ji-un hat meisterlich grandiose Bilder mit seiner Kamera eingefangen. Das Halbdunkel der Hotelzimmer, der Schattenriß bei der Aussprache mit dem Vater oder die Morgensonne eines neuen Tages in Seoul wurden perfekt inszeniert. Die Unbekümmertheit des Verliebtseins wird erstklassig eingefangen und in zwei wunderbaren Szenen festgehalten.

Lee Byung-hoon hat die passende musikalische Untermalung gefunden. Ein Soundtrack der leisen Gitrarren- und Klavierlieder, die man sich bei einem Glas Rotwein nochmals anhören möchte.

Die fabelhafte Story mit der ungewöhnlichen, dramatischen Wendung sucht ihresgleichen. Nach einer Episode in den engagierten „Camelia-Project“ von 2004, gelingt ihm hier mit seinem ersten Langfilm der künstlerische Durchbruch. Ein wichtiger Film für Korea und die sich langsam entwickelnde Schwulenemanzipation dort. Nach den wenigen Filmen, wo Homosexualität nur am Rande vorkam wird nun hier erstmals auf den Plakaten mit zwei sich küssenden Männern geworben. Anders als in Japan wird Homosexualität in Korea gesellschaftlich weiterhin als großes Tabu gesehen. Gerade entwickelt im TV eine Sendung den Versuch der Toleranz durch mutiges Outing von ‚Betroffenen‘, die ihre Lebens- und Leidensgeschichte erzählen (Gay Project: Coming Out).

In „No Regret“ wird nicht nur von der Begierde, sondern von Liebe zwischen zwei Männern erzählt.

Die beiden Protagonisten bewältigen den inneren Zwiespalt in herzergreifender Manier.

Lee Young-hoon erste Hauptrolle paßt ihm ausgesprochen gut, das innere Hin-und-hergerissen-sein zwischen Zuneigung und Ekel, Liebe und Sehnsucht bringt er in seinem Gesicht und seinem ganzen Ausdruck fabelhaft auf die Leinwand. In seinem neuen Film „GP 506“ waren diese expressiven Momente als Soldat, der von Zombies gejagt wird, wieder gefragt.


Fazit: Koreas bester Schwulenfilm bislang. Ein wichtiger und offenherziger Film um die wahre Liebe zwischen zwei Männern. Ein Film voller Emotionen, Erotik und großer, tiefer Gefühle. Ein Liebesdrama mit Schockeffekt. Hier wurde die richtige Filmauswahl getroffen, dieser Film ist es Wert von einem großen Publikum auch in Europa gesehen zu werden. Niemand wird es bedauern, diesen Film gesehen zu haben.


(Herzlichen Dank an PRO-FUN MEDIA für die Bereitstellung der Rezensions-DVD).

 

Trailer ansehen  


Letztes Update ( Wednesday, 25 March 2009 )