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Der Yalu fließt (2008) PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Sascha Klie   
Saturday, 29 November 2008

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Korea/Deutschland

SBS und BR

3 Teile à 60 Min. gesendet am 14. Nov. 2008 in Korea und am 16.3.2010 im BR in einer auf 90 Minuten reduzierten Version (rechtzeitig zum 60. Todestag des Autors am 20.3.2010)

Regie: Lee Jong-han

Musik: LIM Hyung-joo

Mit: SHIN Gu, NA Mun-hee, WOO Byeog-song, CHOI Sung-ho, MIN Woo-noh, KIM Yeon-jin, PARK Hee-seok, YEON Woon-kang, SEO Kwon-seon, LEE Cham, JEON No-bin, KIM Bo-yeon, LEE Won-jae, Ute Kampowsky, Olga Brügmann, Daniela Maerz, Yvonne Kristina Hotz, Roland Pfaus, Anja Klawun, Miriyam Kirschner, Robert Valentin Hofmann, Werner Sasse, Julia Schmelze, Alexander Leistritz, Thomas Luft

 

 

Das Leben des koreanischen Schriftstellers Mirok Li, der 1899 in der nordkoreanischen Provinz geboren wurde. Seine Jugend und das Spiel mit seinem Vetter Suam. Die Streiche und deren Ahndung durch den Vater, der auch die schulische Erziehung der chinesischen Klassiker übernahm. Die Mutter, die sich so sehr einen Sohn gewünscht hatte, nachdem sie bereits drei Töchter geboren hatte. Der Wandel der Zeit, als die japanische Besetzung des Landes immer stärkere Repressalien mit sich brachte, ließ Mirok bald den Wunsch in sich reifen, das Land zu verlassen. Nachdem sein Vater gestorben war, er sehr jung verheiratet worden war, ging er nach Seoul, um Medizin zu studieren. Doch auch hier wurden japanische Studenten bevorzugt. So schloss er sich 1919 der Unabhängigkeitsbewegung an und wurde bei Demonstrationen beinahe getötet. So floh er über den Yalu-Grenzfluss im Norden nach China und weiter über Shanghai nach Deutschland. In einem süddeutschen Kloster zunächst, dann in Würzburg und Heidelberg fasste er Fuß. Er studierte wieder und promovierte in Biologie. Er wurde als Lehrer für chinesische Literatur angestellt. Als er eine Bekannte näher kennenlernte, folgt er ihr nach München. Nach der Machtergreifung der Nazis hat er es mit Anfeindungen auch gegen seine Person zu tun. Er lernt mit Prof. Huber einen Widerstandskämpfer im Umkreis der Weißen Rose kennen. Nach dem Krieg wird seine Erzählung „Der Yalu fließt“ ein Erfolg. Bevor er noch einmal nach Korea reisen kann, stirbt er 1950 an Krebs.

 

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Hier wurde ein deutsch-koreanisches Projekt verwirklicht, welches besser nicht den Beginn der Beziehungen und den Austausch der Kulturen beider Länder darstellen kann. Die Probleme in Korea mit Beginn der Besetzung durch die Japaner, dann die Flucht um die halbe Welt und das Finden der neuen Heimat in Deutschland wurde hier an Hand eines Lebensschicksals der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts eindrücklich veranschaulicht. Die deutschen Stationen wurden an Originalschauplätzen (Heidelberg, München und Kloster Münsterschwarzach) inszeniert. Während die Besetzung des Hauptdarstellers in seinen Lebensphasen durch insgesamt drei Schauspieler (Woo, Choi, Min) bestens gelöst wurde und auch die koreanische Crew grandios besetzt wurde, läßt die Darstellung auf deutscher Seite leider sehr zu wünschen übrig. Neben besseren Schauspielern, die immerhin in Serien wie „Marienhof“ zu sehen sind, wurden etliche Rollen wohl durch Laiendarsteller besetzt, die zum Teil gar keinen Text natürlich herausbringen. Am eklatantesten eine Szene, wo ein Gestapo-Mann eine Frau verfolgt, die Flugblätter aufhängte, die bei der Durchsuchung der Handtasche jedoch keine Exemplare mehr aufweist, wurde auf kim-ki-duk-eske Weise ohne Worte gedreht. Dieser Mangel am deutschen Drehbuch ließe sich mühelos erweitern. So bleibt leider ein etwas fader Beigeschmack, hätte man sich doch mehr Engagement von deutscher Seite her erwartet. Aber immerhin ein erstes Projekt, dem hoffentlich noch weitere folgen werden!

Der Regisseur Lee Jong-han hat mit dem Dreh von „Der Yalu fließt“ ein Projekt, dass er seit 30 Jahren verfolgte, vollendet.

Was bleibt sind die wunderbaren Landschaftsaufnahmen und die ergreifende Filmmusik, die Lim Hyung-joo, das neue Singwunder der 'Popera'-Szene, beitrug. Ein brilliantes Setting in Korea und den Film über weite Strecken tragende Protagonisten wie Shin Gu, Na Mun-hee und die drei Miroks werden sicher im Gedächtnis bleiben.

Glücklicherweise wurden die koreanischen Teile nicht synchronisiert, sondern untertitelt. Leider wurde die deutsche Fassung um 50% reduziert, was dann beim Plot einige Fragen offen ließ.

 

 

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Mirok Li im Trachten-Look, 1934

 

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Die beiden Bücher waren Vorlage für das Drehbuch

 

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Die Crew bei der Presse-Vorstellung

 

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Teile der Crew von „Der Yalu fließt“ am Grab im bayrischen Gräfelfing

(Photo aus „Urishinmun“ vom 8.11.08)

 

Letztes Update ( Friday, 31 December 2010 )