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„Possessed – Besessen“ auf DVD PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Sascha Klie   
Friday, 17 April 2009

Possessed – Besessen


OT: 분신사바  Bunshinsaba

Land: Südkorea 2004
Regie: AHN Byung-ki

Drehbuch: AHN Byung-ki nach Buch von LEE Jong-ho
Darsteller: KIM Kyu-ri, LEE Yoo-ri, LEE Se-eun, CHOI Sung-min, CHOI Jung-yun

Musik: LEE Sang-ho
Länge: 93 Min.
Ton: Dolby Digital 5.1
Sprachen: Koreanisch, Deutsch
Untertitel: Deutsch
Bildformat: Widescreen anamorph (1,78 : 1)
Extras: Trailer (2 Min.), Bildergalerie
Synchronisation und Untertitel: Die Synchronisation ist sehr gut gelungen, auch die koreanischen Namen werden korrekt ausgesprochen. Die Untertitel weichen etwas ab, allerdings wird der Inhalt nicht verfälscht.
FSK: ab 16 Jahren
Vertrieb: e-m-s (im Verleih von 3L, ascot elite)


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Vier Namen stehen auf der Liste als Yoo-jin einen Geist beschwört. Sie mobben die Neue in der Schule und lauern ihr auf. Als in der Folge die vier sich selbst das Leben nehmen, fühlen sich alle Älteren an Vorgänge vor 30 Jahren erinnert.

In dem kleinen Dorf Inhwagun mochte man keine Fremden. Sie schotteten sich ab und gaben Chun-hee und ihrer Tochter In-sook eine harte Zeit. Erst Recht als man die übersinnlichen Fähigkeiten der Mutter erkannte, die für ihre fast blinde Tochter die Augen ersetzte. In der Gesellschaft sah man sich bestätigt, gab es doch eine Kampagne von Präsident Park Chung-hee gegen Schamismus und Aberglauben. So nahmen die Bewohner des Dorfes selbst die Initiative und verbrannten die beiden in einem Anflug von Lynchjustiz. Noch aus dem brennenden Haus heraus verfluchte Chun-hee die Bewohner des Dorfes.

Auch Yoo-jin scheint sehr geisterafin zu sein, so wird ihr bei einer Hypnose die Beziehung zum Geist der In-sook nachgewiesen. Auch in der Schule gab es eine Veränderung. Mit Frau Lee Eun-joo kam eine neue Lehrerin, die Herrn Han schöne Augen macht. Der Klassenlehrer der Unglücksklasse mit den Todesfällen ist der Sohn des Lehrers von damals. Die Psychologin Bu-young sieht in Lee Eun-joo eine Widergängerin der verbrannten Chun-hee.

Die Dorfoberen erwägen schon wieder gegen die „Ursachen des Übels“ tätig zu werden, da brennt plötzlich das Haus.

 

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Kommentar: Horrorfilm mit Geisterhintergrund. Eine lang zurückliegende Familientragödie zieht Kreise und fordert Opfer am Ort des Schreckensgeschehen von damals. Auch eine Generation später haben die Vorgänge von vor 30 Jahren noch immer die Dorfbewohner in ihrem Bann. Das Dorf versucht zu verdrängen, aber vergessen kann es nicht. Zwei Seelen, denen Unrecht zuteil wurde, suchen sich Medien, um ihre Rache zu vollführen.

Die eindrücklichen Verbrennungsszenen wurden von Kim Byung-ki von Future Vision entwickelt. Für die Computergrafik war das Mof Studio tätig. Der erfahrene Regisseur Ahn Byung-ki, der zuvor bereits mit Horrorfilmen wie „Nightmare“ (2000) und „Phone“ (2002) von sich Reden machte, gibt hier wieder eine Kostprobe seiner spannungsgeladenen Erzählstruktur. 2006 sollte der düstere Schocker „APT.“ folgen.

Einmal mehr wurde die Schule als Hintergrund für ein Horroszenario gewählt. Wie schon die Klassiker „Whispering Corridors“ 1-5 (1998-2008) oder auch zuletzt „Death Bell“ (2008) birgt das Spannungsverhältnis von Schülern untereinander, bzw. die Autorität des Lehrkörpers Reibungspunkte, die zu Gewalttaten führen können. Richten sich doch Amokläufe auch in der Realität sehr häufig gegen Mitschüler und Lehrpersonal der entsprechenden Schule des Attentäters. Die latente Spannung, die sich inder Freizeit entladen sollte, wird in Ländern wie Korea, wo bis spät in den Abend hinein in Zusatzkursen das Wissen vermittelt werden soll, wie in einem Druckkessel unterdrückt. Schule bedeutet für die Teenager eine tagtägliche Bewährungsprobe, die nicht immer so unproblematisch endet. Das Leistungsprinzip und das Streben nach Bestnoten zeigt sich schon in der Sitzordnung, wo der Klassenprimus ganz vorne sitzt. Kim In-sook wurde in der Namensliste als Nr. 28 geführt, war also keine gute Schülerin und somit angreifbar für die anderen Mitschülerinnen.

Der in Korea weitverbreitete Glaube an Geister und übernatürlichen Erscheinungen wird im Volksglauben des Schamanismus offenbar. Hier manifestiert sich die Jahrtausende alte Verbundenheit mit der Natur und seinen Erscheinungsformen. Während die Militärdiktatur eines Park Chung-hee vergeblich veruchte mit dieser Tradition zu brechen, werden heutzutage Träger der Schamanistischen Kultur staatlich gefördert und finanziell unterstützt.


Fazit: Spannender Horrorschocker mit beeindruckenden Pyroeffekten. Ein gruseliges Deja-vu für die Dorfbewohner, die versuchten die Taten von vor 30 Jahren zu verdängen. Sehr gelungene sehenswerte Unterhaltung. Einer der besseren Filme seines Genres!


(Dank an 3L und ascot elite für die Bereitstellung der Besprechungs-DVD)