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Kisaeng PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Sascha Klie   
Saturday, 18 April 2009

 

Immer wieder werden Kisaeng mit ihren japanischen Pendants, den Geishas, verglichen. Während in Korea es nach der Japanzeit keine Kontinuität dieser Berufsgruppe gab, gehören in Japan Geishas auch heute noch zum Straßenbild der Metropolen.

Aus der rechtlosen Sklavenkaste kommend, wurden Mädchen in die Künste der Unterhaltung unterrichtet. Sie konnten tanzen, singen und spielten Instrumente. Bei Banquetten saßen sie neben den Herren und schenkten Getränke ein und reichten Speisen. Gewisse Künstlerinnen, die Expertinnen auf ihrem Gebiet waren, sog. Gonbon, sind nicht als reine Prostituierte zu bezeichnen. Das Spezialistentum führte blieb auch dem Hof nicht verborgen, so gaben die Kisaeng gern gesehene Showeinlagen bei Festen. Dadurch gelangten Rezepte der Königstafel auch außerhalb des Palastes auf den Speisetisch der Kisaenghäuser. Die bekannte „Kater“-Suppe war auch eine beliebte Speise für den Morgen nach dem Gelage.

Sie stellten das Schönheitsideal ihrer Zeit dar. Spektakulär waren ihre Outfits, welche die Mode entscheidend voranbrachten. So wurden Schmuck-Accessoirs wie Anhänger, Gewand- und Haarnadeln, Perücken und der Hanbok-Kleidung immer wieder verfeinert. Es wurde die Chogori-Weste im Laufe der Zeit immer kürzer geschnitten. Auch in puncto Hautpflege legten sie neue Maßstäbe an. Gurkenmasken waren schon bekannt, ebenso wurden Puder verwendet, um den makellosen hellen Teint zu verstärken. Ihnen wurden auch gewissen Zugeständnisse gemacht, so konnten sie burschikos z.B. die lange Bambuspfeife rauchen.

Als Staatssklaven waren sie jedoch rechtlos und hatten keinen Anspruch auf eine Grabstelle. Eine dreijährige Ausbildung in der Kisaengschule begann zumeist bereits mit 13-14 Jahren.

Während der Japanzeit begann eine gewollte Verschlechterung des Image einer Kisaeng. Sie wurden zwangsweise in Theatergruppen integriert oder in Restaurants für die japanischen Herren eingesetzt. Nach dem Ende der Okkupation wurde aber auch die berühmte Kisaengschule in Pyöngyang nicht wieder aktiviert.


Zu den berühmtesten Kisaeng zählen auch Dichterinnen und Malerinnen. Da es üblich war, dass Kisaeng ihren eigentlichen Namen aufgaben und einen „blumigen“ Künstlerinnennamen annahmen sind viele unter diesem bekannt, wie die Nongae, die bei einem Banquett einen feindlichen japanischen General umarmte und dann mit ihm von einer Aussichtsklippe in den Tod sprang. Sogar als Pansori ist die Geschichte der Chunhyang verbreitet worden.


Aus Historienfilmen sind Kisaengs nicht wegzudenken:

 

hwang

Poster zu "Hwang Jin-yi" (2007)

 

Jin2

Standphoto im Kisaeng-Outfit für die Drama-Serie "Hwang Jin-yi" (2006)




Letztes Update ( Saturday, 18 April 2009 )