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„Lady Vengeange“ ab 11. Jan. 2007 in den Kinos
Geschrieben von Sascha Klie   
Friday, 29 December 2006
Das neue Jahr beginnt gleich mit einem Paukenschlag, denn gleich in der zweiten Januarwoche startet der letzte Teil von Park Chan-wooks Rachetrilogie in den deutschen Lichtspielhäusern. Nach „Sympathy for Mr. Vengeance“ (2002) und dem preisgekrönten „Oldboy“ (2003), erleben wir nun in „Lady Vengeance“ den Rachefeldzug einer Frau, die zu unrecht 13 Jahre inhaftiert war. Geum-ja wurde als 19-jährige beschuldigt einen kleinen Jungen entführt und ermordet zu haben. Doch ihre Unschuld konnte sie damals nicht beweisen, war doch ihr eigenes Kind in der Hand des wahren Killers. So nahm sie die Strafe an, um ihre Tochter zu retten.
Doch dort lädt sie tatsächlich Schuld auf sich, wird zur Mörderin an einer verhaßten Mitinsassin. Nach außen gibt sie sich geläutert, betet und erscheint wie eine Heilige. Als sie dann schließlich entlassen wird und von einem Priester empfangen wird, lehnt sie den traditionellen Tofu ab, sagt, sie sei nun zum Buddhismus konvertiert.
Denn längst hat sie einen ausgeklügelten Racheplan geschmiedet, den sie nun minutiös umsetzt. Vom Design der selbstentworfenen Schußwaffe bis zum grellen Make-up erscheint sie nun als durchgestylter Racheengel ohne Gnade.
Sie findet den wahren Täter wieder und mit der Hilfe des damaligen ermittlenden Kommissars sammelt sie belastendes Material. Dabei tritt etwas furchtbares zu Tage: Der Junge war nicht das einzige Opfer, der Täter wurde zum Wiederholungstäter. Der Pädagoge nutzte seine Stellung als Lehrer Kinder zu entführen und zu töten.
Doch nun schlägt die Stunde der Vergeltung, denn die Eltern der getöteten Kinder kommen zusammen und stimmen über das Schicksal des Mörders ab.

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Koreas Superstar Lee Young-ae (JSA) in ihrer anspruchvollsten Rolle wird von der Riege der führenden Schauspieler der Halbinsel -bis in die kleinste Nebenrolle hinein- unterstützt. Choi Min-shik, als Oh Dae-su in "Oldboy" noch als sich anbiedernder winselnder Hund, wird in Geum-jas Vision zum Schaukelpferd, das zur Hinrichtung gezogen wird. Viele der Darsteller aus den anderen beiden Teilen der Trilogie tauchen kameoartig in kleinen Rollen auf und bereiten dem Zuseher so ein Wiedersehen der besonderen Art.
Der dritte Teil der Rachetrilogie ist sicherlich der Symbolischte der Reihe. Religiöse Anspielungen von der einprägsamen Titelsequenz bis zur letzten Szene. Eine durchdachte Ausstattung von der Farbe der Kleider bis zum Muster der Tapete kennzeichnen den Detailreichtum in Parks Welt. Die ausschließlich verwendete Barockmusik unterstreicht mit ihrer künstlerischen Komplexität aber auch ihrer filigranen Heiterkeit die schwungvolle Bilderfolge und verstärkt die Dynamik der Handlung.
Die Frage der verständlichen auf Vergeltung gerichtete Rache in Abwegung zum Beschreiten des langwierigen Justizweges wird hier zum Thema aufgeworfen. Ist Selbstjustiz gerechtfertigt? Ist geteilte Wut ein heilsames Mittel für die gepeinigten Familien?
Hier wurden essentielle Themen der menschlichen Gefühlswelt auf eindrucksvolle Weise inszeniert. Ein aufwühlender Film, der zur Diskussion anregt und kontroverse Meinungen provoziert. Alles in allem ein gelungener Schlußpunkt einer der ungewöhnlichsten Filmtrilogien der Filmgeschichte. Wer ihn nicht gesehen hat, kann nicht mitreden.

Letztes Update ( Wednesday, 21 February 2007 )
 
Neu auf DVD im Dezember 2006
Geschrieben von Sascha Klie   
Saturday, 16 December 2006
Pünktlich zum Weihnachtsfest hier noch ein paar Geschenk-Tipps:



Typhoon (2005)
Special Edition
2 DVD bei splendid film

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Princess Aurora - Eine Frau sieht rot (2005)
Special Limited Edition
2 DVD bei splendid film



Arahan (2004)
Special Gold Edition
2 DVD bei splendid film



Running Wild (2006)
Director's Cut - Special Edition
DVD bei splendid film
Letztes Update ( Wednesday, 28 May 2008 )
 
Bericht vom Asia Filmfest
Geschrieben von Sascha Klie   
Saturday, 09 December 2006
In einer Besprechung des Asia Filmfestes von Julia Teichmann heißt es:


..."Ein mutiertes Fischmonster bedroht Seoul im in Südkorea erfolgreichen Horrorfilm 'The Host'. Wo 'Fearless' etwas einfallslos die Regeln des Genres zitiert und sich von Kampf zu Kampf hangelt, fegt 'The Host' von Bong Joon-ho virtuos über Genregrenzen hinweg und kommentiert gesellschaftskritisch und mediensatirisch die Situation in Südkorea. Auch die anderen südkoreanischen Filme, der dritte Teil von Park Chan-wooks Rache-Trilogie 'Lady Vengeance' und der Boxerfilm 'Crying Fist' von Ryoo Seung-wan, überzeugten: Der eine erzählt in überbordenden, durchkomponierten Bildern von der Rache einer Frau, der andere führt in glasklar orchestrierter Stringenz - Musik, Montage, Kamera greifen wie Rädchen eines großen Ganzen ineinander - zwei Boxer zu ihrem Kampf gegeneinander. Das koreanische Kino scheint eine ganz eigene, neue Sprache zu entwickeln."...


aus: film-dienst 25-2006, S. 4
Letztes Update ( Wednesday, 28 May 2008 )
 
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